Hilfe zur Selbsthilfe bei Windows-Problemen

Hilfe zur Selbsthilfe bei Windows-Problemen

1. Windows zuerst vollständig neu starten

Der erste Schritt bei vielen Windows-Problemen ist erstaunlich einfach:

Starte den Computer neu.

Wichtig ist dabei tatsächlich Neu starten und nicht lediglich Herunterfahren und anschließend wieder Einschalten.

Klicke auf:

Start → Ein/Aus → Neu starten

Windows verwendet beim normalen Herunterfahren je nach Konfiguration den Schnellstart. Dabei können Teile des Windows-Systemzustands gespeichert werden.

Bei einem Neustart wird Windows dagegen vollständig neu gestartet.

Das kann bereits helfen, wenn beispielsweise:

  • Programme plötzlich nicht mehr richtig reagieren,
  • Windows-Funktionen hängen,
  • Geräte nicht erkannt werden,
  • ein Update noch nicht vollständig abgeschlossen wurde,
  • oder Windows ohne erkennbaren Grund ungewöhnlich reagiert.

Speichere vorher natürlich geöffnete Dokumente und andere Arbeiten.

Weitere Möglichkeiten zum Neustarten findest Du hier auf kostnix-web.de:

Windows herunterfahren „shutdown“

2. Bevor Du reparierst: Was ist eigentlich passiert?

Wenn das Problem nach dem Neustart weiterhin besteht, solltest Du zunächst einige Informationen sammeln.

Du musst dafür kein Computerexperte sein.

Versuche lediglich folgende Fragen zu beantworten:

  • Seit wann besteht das Problem?
  • Was genau funktioniert nicht?
  • Gibt es eine Fehlermeldung?
  • Wird ein Fehlercode angezeigt?
  • Betrifft das Problem nur ein bestimmtes Programm?
  • Betrifft es ein bestimmtes Gerät?
  • Stürzt Windows vollständig ab?
  • Trat der Fehler nach einem Update auf?
  • Wurde kurz vorher ein Programm oder Treiber installiert?
  • Ist das Problem reproduzierbar oder tritt es nur gelegentlich auf?

Je genauer Du das Problem eingrenzen kannst, desto einfacher wird die spätere Fehlersuche.

Fehlermeldungen nicht einfach wegklicken

Wenn Windows oder ein Programm eine Fehlermeldung anzeigt, solltest Du diese möglichst vollständig notieren.

Besonders hilfreich sind:

  • Fehlercodes,
  • Namen von Programmen oder Dateien,
  • Stopcodes bei einem Bluescreen,
  • und der genaue Zeitpunkt des Fehlers.

Ein Foto mit dem Smartphone kann manchmal die einfachste Lösung sein.

Zuverlässigkeitsverlauf prüfen

Windows Zuverlässigkeitsverlauf mit Stabilitätskurve und protokollierten Fehlern
Der Windows-Zuverlässigkeitsverlauf zeigt Abstürze, Fehler, Warnungen und wichtige Systemereignisse zeitlich sortiert an.

Eines der nützlichsten Windows-Werkzeuge für eine erste Fehlersuche ist der Zuverlässigkeitsverlauf.

Drücke:

[Windows] + [R]

Gib anschließend ein:

perfmon /rel

und bestätige mit der Eingabetaste.

Windows öffnet nun den Zuverlässigkeitsmonitor.

Dort bekommst Du eine zeitliche Übersicht über verschiedene Systemereignisse.

Interessant sind besonders:

  • Programmabstürze,
  • Windows-Fehler,
  • fehlgeschlagene Installationen,
  • Hardwarefehler,
  • und andere kritische Ereignisse.

Wenn Du beispielsweise weißt:

„Seit gestern Nachmittag stürzt das Programm ab.“

kannst Du Dir genau diesen Zeitraum ansehen.

Klicke auf einen Eintrag, um weitere Informationen aufzurufen.

Nicht jeder Fehler ist die Ursache

Windows protokolliert zahlreiche Ereignisse.

Ein Fehler im Zuverlässigkeitsverlauf bedeutet deshalb nicht automatisch, dass Du damit bereits die Ursache gefunden hast.

Achte besonders darauf, ob:

  • derselbe Fehler immer wieder auftaucht,
  • er zeitlich genau zu Deinem Problem passt,
  • oder immer dasselbe Programm beziehungsweise dieselbe Komponente betroffen ist.

Windows Update ebenfalls kurz kontrollieren

Windows 11 Update mit fehlgeschlagenem Sicherheitsupdate und Updateverlauf
Windows Update zeigt hier ein fehlgeschlagenes Sicherheitsupdate. Über Updateverlauf und weitere Optionen kannst Du prüfen, was zuletzt installiert wurde oder fehlgeschlagen ist.

Bevor wir Windows tiefergehend prüfen, solltest Du auch kontrollieren, ob Updates ausstehen.

Unter Windows 11:

Einstellungen → Windows Update

Unter Windows 10:

Einstellungen → Update und Sicherheit → Windows Update

Prüfe:

  • ob Updates verfügbar sind,
  • ob ein Neustart verlangt wird,
  • und ob Aktualisierungen fehlgeschlagen sind.

Wenn das Problem unmittelbar nach einem Update begonnen hat, kannst Du außerdem im Updateverlauf nachsehen, was zuletzt installiert wurde.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass das Update tatsächlich die Ursache ist.

Optionale Treiber nicht einfach komplett installieren

Windows kann über Windows Update auch optionale Treiber anbieten.

Diese werden nicht automatisch installiert. Microsoft empfiehlt Windows Update als primären Weg für Treiberaktualisierungen; optionale Treiber können anschließend gezielt ausgewählt werden.

Wenn Dein Computer problemlos funktioniert, gibt es normalerweise keinen Grund, sämtliche optional angebotenen Treiber vorsorglich zu installieren.

Freien Speicherplatz kontrollieren

Windows 11 Speicherübersicht mit freiem Speicherplatz, temporären Dateien und Speicheroptimierung
Unter Einstellungen → System → Speicher siehst Du, wie viel Platz noch frei ist und welche Bereiche Speicher belegen. Auch Speicheroptimierung und Bereinigungsempfehlungen findest Du hier.

Auch zu wenig freier Speicherplatz kann Probleme verursachen.

Windows benötigt freien Platz unter anderem für:

  • Updates,
  • temporäre Dateien,
  • Auslagerungsdateien,
  • Programme,
  • und interne Systemvorgänge.

Öffne:

Einstellungen → System → Speicher

Windows bietet dort unter anderem Funktionen für temporäre Dateien, Speicheroptimierung und Bereinigungsempfehlungen. Microsoft weist darauf hin, dass geringer freier Speicher unter anderem die Leistung beeinträchtigen und Windows-Updates verhindern kann.

Du brauchst dafür normalerweise keine zusätzlichen „Cleaner“ oder Registry-Bereinigungsprogramme.

3. Windows mit DISM und SFC überprüfen

Wenn die Ursache weiterhin unklar ist, können wir nun zwei wichtige Windows-Bordmittel einsetzen:

DISM und SFC.

Dieser Schritt ist auch dann sinnvoll, wenn Du noch nicht genau weißt, woher das Problem kommt.

DISM und SFC überprüfen unterschiedliche Bestandteile von Windows:

  • DISM überprüft und repariert die Windows-Komponentenbasis beziehungsweise das Windows-Abbild.
  • SFC überprüft anschließend die geschützten Windows-Systemdateien.

Microsoft empfiehlt aktuell bei der Reparatur beschädigter Windows-Komponenten zunächst DISM und danach SFC.

Eingabeaufforderung oder Windows Terminal als Administrator öffnen

Öffne die Windows-Suche und gib beispielsweise ein:

cmd

oder:

Terminal

Klicke mit der rechten Maustaste auf das Ergebnis und wähle:

Als Administrator ausführen

Bestätige die Benutzerkontensteuerung.

Zuerst DISM ausführen

DISM RestoreHealth unter Windows erfolgreich abgeschlossen
DISM /RestoreHealth überprüft und repariert die Windows-Komponentenbasis. Hier wurde der Wiederherstellungsvorgang erfolgreich abgeschlossen.

Gib folgenden Befehl ein:

DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth

Bestätige mit der Eingabetaste.

Der Vorgang kann einige Zeit dauern.

DISM versucht bei Bedarf, beschädigte Windows-Komponenten zu reparieren. Standardmäßig kann dabei Windows Update als Quelle für benötigte Reparaturdateien verwendet werden.

Wenn DISM erfolgreich abgeschlossen wurde, kannst Du anschließend SFC verwenden.

Danach SFC ausführen

SFC scannow unter Windows mit erfolgreich reparierten beschädigten Dateien
SFC hat beschädigte Windows-Systemdateien gefunden und erfolgreich repariert. Nach solchen Reparaturen ist ein Neustart sinnvoll.

Gib ein:

sfc /scannow

und bestätige mit der Eingabetaste.

SFC überprüft die geschützten Windows-Systemdateien und versucht erkannte Beschädigungen zu reparieren.

Die Prüfung wird bis 100 Prozent durchgeführt. Schließe das Fenster währenddessen nicht.

Am Ende erhältst Du eine Meldung.

Beispielsweise:

Der Windows-Ressourcenschutz hat keine Integritätsverletzungen gefunden

Dann wurden keine beschädigten geschützten Systemdateien festgestellt.

Oder:

Der Windows-Ressourcenschutz hat beschädigte Dateien gefunden und erfolgreich repariert

Dann hat SFC tatsächlich Fehler gefunden und behoben.

Wenn SFC beschädigte Dateien gefunden und repariert hat, starte den Computer anschließend neu und prüfe danach, ob Dein ursprüngliches Problem weiterhin besteht.

Weitere Informationen findest Du hier:

SFC /scannow: Windows-Systemdateien prüfen und reparieren

4. Problem besteht weiterhin: Jetzt gezielt nach der Ursache suchen

Hat der Neustart nicht geholfen und haben DISM und SFC das Problem ebenfalls nicht beseitigt, beginnt die spezifische Fehlersuche.

Jetzt kommt es darauf an, welches Fehlerbild vorliegt.

Nur ein bestimmtes Programm funktioniert nicht

Wenn ausschließlich eine einzelne Anwendung Probleme macht, liegt die Ursache wahrscheinlich eher bei diesem Programm als bei Windows insgesamt.

Prüfe zunächst:

  • Programm vollständig schließen und neu starten
  • nach einem Programmupdate suchen
  • Einstellungen überprüfen
  • gegebenenfalls vorhandene Reparaturfunktion verwenden
  • Programm notfalls sauber deinstallieren und erneut installieren

Wenn alle anderen Programme und Windows selbst problemlos funktionieren, brauchst Du normalerweise keine umfangreichen Änderungen am gesamten System vorzunehmen.

Computer langsam oder ständig ausgelastet: Task-Manager prüfen

Windows 11 Task-Manager mit laufenden Prozessen sowie CPU-, Arbeitsspeicher- und Datenträgerauslastung
Im Task-Manager kannst Du sehen, welche Programme und Prozesse CPU, Arbeitsspeicher und Datenträger besonders stark beanspruchen.

Öffne den Task-Manager mit:

[Strg] + [Umschalt] + [Esc]

Unter Prozesse kannst Du unter anderem sehen, wie stark einzelne Programme folgende Ressourcen beanspruchen:

  • CPU
  • Arbeitsspeicher
  • Datenträger
  • Netzwerk

Sortiere beispielsweise nach CPU oder Arbeitsspeicher.

So lässt sich häufig schnell erkennen, ob ein bestimmtes Programm ungewöhnlich viele Ressourcen benötigt.

Prozesse nicht wahllos beenden

Beende nur Programme, die Du kennst.

Viele Prozesse gehören zu:

  • Windows,
  • Treibern,
  • Sicherheitssoftware,
  • oder wichtigen Systemfunktionen.

Ein unbekannter Prozess ist nicht automatisch überflüssig oder schädlich.

Autostart kontrollieren

Viele Programme starten automatisch zusammen mit Windows.

Das kann den Systemstart verzögern und im Hintergrund Ressourcen verbrauchen.

Unter Windows 11 kannst Du beispielsweise öffnen:

Einstellungen → Apps → Autostart

Alternativ findest Du die Autostartprogramme auch im Task-Manager.

Programme, die Du eindeutig kennst und beim Windows-Start nicht benötigst, kannst Du testweise deaktivieren.

Windows-Dienste solltest Du dagegen nicht einfach auf Verdacht abschalten.

Problem mit einem bestimmten Gerät: Geräte-Manager und Treiber

Windows Geräte-Manager mit Übersicht der installierten Hardware und Gerätekategorien
Im Geräte-Manager kannst Du prüfen, ob Windows bei einem Gerät ein Problem oder Warnsymbol anzeigt.

Wenn beispielsweise:

  • WLAN nicht funktioniert,
  • kein Ton vorhanden ist,
  • Bluetooth ausfällt,
  • ein Drucker nicht erkannt wird,
  • die Grafikkarte Probleme verursacht,
  • oder ein anderes bestimmtes Gerät betroffen ist,

solltest Du den Geräte-Manager prüfen.

Drücke:

[Windows] + [X]

und öffne:

Geräte-Manager

Achte besonders auf gelbe Warnsymbole.

Öffne bei dem betroffenen Gerät:

Rechtsklick → Eigenschaften

Unter Gerätestatus findest Du gegebenenfalls einen Fehlercode oder weitere Informationen.

Treiber nicht vorsorglich alle austauschen

Treiber solltest Du vor allem dann verändern, wenn es einen konkreten Anlass gibt.

Geeignete Quellen sind normalerweise in dieser Reihenfolge:

  1. Windows Update
  2. Hersteller des PCs oder Notebooks
  3. Hersteller der betroffenen Hardware

Windows Update ist laut Microsoft der bevorzugte Weg zum Abrufen aktueller Treiber.

Hat das Problem unmittelbar nach einem Treiberupdate begonnen, kann es außerdem sinnvoll sein, den vorherigen Treiber wiederherzustellen.

Windows-Problembehandlung verwenden

Windows 11 Einstellungen mit anderen Problembehandlungen für Audio, Drucker, Netzwerk, Windows Update und Bluetooth
Unter Einstellungen → System → Problembehandlung → Andere Problembehandlungen findest Du verschiedene automatische Diagnosemöglichkeiten für typische Windows-Probleme.

Windows besitzt automatische Problembehandlungen für verschiedene Bereiche.

Microsoft hat diese Funktionen allerdings in den vergangenen Jahren umgestellt.

Viele klassische MSDT-Problembehandlungen wurden eingestellt oder durch die App „Hilfe anfordern“ beziehungsweise „Get Help“ ersetzt. Microsoft nennt für die Umstellung ausdrücklich die Entfernung der MSDT-Plattform.

Unter Windows 11 findest Du Problembehandlungen beispielsweise unter:

Einstellungen → System → Problembehandlung → Andere Problembehandlungen

Je nach Problem kann anschließend „Hilfe anfordern“ geöffnet werden.

Dort gibt es Diagnosemöglichkeiten unter anderem für:

  • Audio
  • Netzwerk
  • Bluetooth
  • Drucker
  • Windows Update

Welche Problembehandlungen auf Deinem Computer angezeigt werden, kann von Windows-Version und Problemart abhängen.

Abgesicherten Modus verwenden

Wenn Windows:

  • abstürzt,
  • einen schwarzen Bildschirm zeigt,
  • ungewöhnlich reagiert,
  • oder ein Fehler möglicherweise durch Zusatzsoftware beziehungsweise Treiber verursacht wird,

kann der abgesicherte Modus helfen.

Windows startet hierbei nur mit einer eingeschränkten Auswahl grundlegender Treiber und Dienste.

Wenn das Problem im abgesicherten Modus nicht auftritt, ist das ein wichtiger Hinweis.

Dann kommen beispielsweise infrage:

  • Autostartprogramme
  • zusätzliche Dienste
  • Treiber
  • Sicherheitssoftware
  • andere installierte Programme

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Windows selbst vollständig fehlerfrei ist.

Eine ausführliche Anleitung findest Du hier:

Windows im abgesicherten Modus / SafeMode starten

CHKDSK: Laufwerk und Dateisystem überprüfen

CHKDSK gehört ebenfalls zur Windows-Fehlersuche, hat aber eine andere Aufgabe als DISM und SFC.

CHKDSK überprüft das Dateisystem eines Laufwerks.

Es ist deshalb besonders sinnvoll, wenn beispielsweise:

  • Windows Laufwerksfehler meldet,
  • Dateien nicht mehr korrekt gelesen werden,
  • Verzeichnisse beschädigt erscheinen,
  • Programme beim Zugriff auf bestimmte Dateien hängen,
  • oder andere Hinweise auf Probleme mit dem Dateisystem bestehen.

Microsoft beschreibt CHKDSK als Werkzeug zur Prüfung des Dateisystems und seiner Metadaten auf logische und physische Fehler.

Zunächst nur prüfen

CHKDSK Scan unter Windows mit erfolgreicher Dateisystemprüfung ohne gefundene Fehler
Mit chkdsk C: /scan lässt sich ein NTFS-Laufwerk online auf Dateisystemfehler prüfen. In diesem Beispiel wurden keine Probleme festgestellt.

Bei einem NTFS-Laufwerk kannst Du beispielsweise zunächst ausführen:

chkdsk C: /scan

/scan führt eine Onlineprüfung des NTFS-Volumes durch.

Dabei kannst Du C: durch den Laufwerksbuchstaben ersetzen, den Du prüfen möchtest.

Fehler reparieren

Sollen gefundene Dateisystemfehler repariert werden, kannst Du verwenden:

chkdsk C: /f

Der Parameter /f repariert Fehler auf dem Datenträger. Bei einem gerade verwendeten Systemlaufwerk kann Windows die Prüfung für den nächsten Neustart vormerken.

Was macht /r?

Der Befehl:

chkdsk C: /r

geht weiter.

/r sucht zusätzlich nach fehlerhaften Sektoren und versucht lesbare Informationen wiederherzustellen. /r enthält gleichzeitig die Funktion von /f.

Eine solche Prüfung kann deutlich länger dauern.

Deshalb solltest Du:

chkdsk C: /f /r

nicht automatisch bei jedem beliebigen Windows-Problem verwenden.

Nicht weil der Befehl grundsätzlich „gefährlich“ wäre, sondern weil diese umfangreiche Prüfung bei vielen Problemen schlicht nicht erforderlich ist.

CHKDSK ersetzt außerdem keine Hardwarediagnose einer SSD oder Festplatte.

Eine ausführliche Anleitung findest Du hier:

Festplatte prüfen mit „chkdsk“

Schadsoftware als Ursache ausschließen

Wenn der Computer:

  • ungewöhnliche Werbung anzeigt,
  • unbekannte Programme startet,
  • Sicherheitseinstellungen verändert wurden,
  • der Browser plötzlich umgeleitet wird,
  • oder andere verdächtige Verhaltensweisen auftreten,

solltest Du Windows-Sicherheit verwenden.

Windows-Sicherheit mit Viren- und Bedrohungsschutz, Schnellüberprüfung und Scanoptionen
Unter Windows-Sicherheit → Viren- & Bedrohungsschutz kannst Du zunächst eine Schnellüberprüfung starten und bei Bedarf über die Scanoptionen weitergehende Prüfungen auswählen.

Öffne:

Windows-Sicherheit → Viren- & Bedrohungsschutz

Für eine erste Kontrolle kannst Du eine Schnellüberprüfung durchführen.

Microsoft bietet darüber hinaus unter den Scanoptionen:

  • vollständige Überprüfung,
  • benutzerdefinierte Überprüfung,
  • Microsoft Defender Offlineüberprüfung.

Die Offlineüberprüfung erfolgt nach einem Neustart, ohne das normale Windows vollständig zu laden, und kann deshalb bei hartnäckiger Schadsoftware hilfreich sein.

Das Microsoft-Tool zum Entfernen bösartiger Software haben wir ebenfalls näher beschrieben:

Schadsoftware entfernen „mrt.exe“

Wiederkehrende Abstürze und Bluescreens

Bei wiederkehrenden Abstürzen solltest Du besonders auf Muster achten.

Notiere:

  • Zeitpunkt
  • Stopcode
  • vorher ausgeführtes Programm
  • angeschlossene Geräte
  • kürzlich installierte Treiber
  • kürzlich installierte Updates

Prüfe anschließend erneut den Zuverlässigkeitsverlauf:

perfmon /rel

Bei Bedarf kannst Du zusätzlich die Windows-Ereignisanzeige verwenden.

Die Ereignisanzeige enthält wesentlich mehr technische Informationen als der Zuverlässigkeitsverlauf, kann Anfänger aber schnell mit einer großen Zahl an Warnungen und Fehlereinträgen überfordern.

Nicht jeder rote Fehler ist automatisch die Ursache Deines Problems.

Suche dort deshalb möglichst gezielt nach Ereignissen, die zeitlich zum tatsächlichen Fehler passen.

Arbeitsspeicher überprüfen

Wiederkehrende Abstürze, Bluescreens oder unerklärliche Fehler können auch durch Probleme mit dem Arbeitsspeicher verursacht werden.

Windows besitzt dafür die Windows-Speicherdiagnose.

Drücke:

[Windows] + [R]

und gib ein:

mdsched.exe

Windows bietet Dir anschließend an, den Computer neu zu starten und den Arbeitsspeicher zu überprüfen.

Eine ausführliche Anleitung findest Du hier:

Arbeitsspeicher (RAM) überprüfen „mdSched“

5. Problem begann nach einer Änderung: Änderung rückgängig machen

Wenn Du inzwischen weißt, dass das Problem unmittelbar nach einer bestimmten Änderung begonnen hat, ist es häufig sinnvoller, genau diese Änderung rückgängig zu machen.

Beispielsweise:

  • neuen Treiber zurücksetzen,
  • problematisches Programm deinstallieren,
  • ein konkret problematisches Update entfernen,
  • oder einen Wiederherstellungspunkt verwenden.

Systemwiederherstellung verwenden

Windows Systemwiederherstellung ohne vorhandene Wiederherstellungspunkte
Die Systemwiederherstellung kann nur verwendet werden, wenn ein geeigneter Wiederherstellungspunkt vorhanden ist. In diesem Beispiel wurde für das Systemlaufwerk noch keiner erstellt.

Die Windows-Systemwiederherstellung kann Windows auf einen früheren Systemzustand zurücksetzen.

Das ist beispielsweise hilfreich, wenn Probleme nach:

  • einer Programminstallation,
  • einem Treiberupdate,
  • oder einer Änderung an Windows

aufgetreten sind.

Persönliche Dateien wie Fotos oder Dokumente bleiben bei der klassischen Systemwiederherstellung grundsätzlich erhalten. Systemdateien, Einstellungen, Treiber und installierte Programme können dagegen auf den Zustand des gewählten Wiederherstellungspunkts zurückgesetzt werden.

Natürlich muss dafür ein geeigneter Wiederherstellungspunkt vorhanden sein.

Weitere Informationen:

Windows Wiederherstellungs-Punkte erstellen und nutzen

6. Wenn Windows weiterhin nicht richtig funktioniert

Wenn:

  • Neustart,
  • Fehlersuche,
  • DISM und SFC,
  • sowie die spezifischen Maßnahmen

nicht geholfen haben, gibt es weitere Reparaturmöglichkeiten.

Spätestens jetzt solltest Du sicherstellen, dass wichtige persönliche Dateien gesichert sind.

Windows 11 über Windows Update reparieren

Aktuelle Windows-11-Versionen besitzen eine besonders interessante Reparaturmöglichkeit.

Windows 11 Wiederherstellungsoptionen mit Windows-Neuinstallation, PC zurücksetzen und erweitertem Start
Unter Einstellungen → System → Wiederherstellung bietet Windows 11 verschiedene Reparaturmöglichkeiten. Über „Probleme mittels Windows Update beheben“ kann die aktuelle Windows-Version neu installiert werden, wobei Apps, Dateien und Einstellungen erhalten bleiben.

Öffne:

Einstellungen → System → Wiederherstellung

Dort kann unter Probleme mit Windows Update beheben die Option:

Jetzt neu installieren

angeboten werden.

Windows installiert dabei dieselbe Windows-Version erneut und repariert Systemdateien und Komponenten.

Dabei bleiben:

  • persönliche Dateien,
  • installierte Programme,
  • und Einstellungen

erhalten. Microsoft beschreibt diese Methode als besonders wenig eingreifende Neuinstallation.

Der Computer muss während des Vorgangs mit dem Internet und einer Stromquelle verbunden bleiben.

Die Funktion ist nicht auf jedem System beziehungsweise unter jeder Windows-Version verfügbar.

„Diesen PC zurücksetzen“

Wenn andere Reparaturmaßnahmen keinen Erfolg bringen, kannst Du Windows zurücksetzen.

Unter Windows 11 findest Du die Funktion unter:

Einstellungen → System → Wiederherstellung → Diesen PC zurücksetzen

Windows bietet Dir unter anderem:

Eigene Dateien beibehalten

oder:

Alles entfernen

Außerdem kannst Du je nach Situation zwischen Cloud-Download und Lokaler Neuinstallation wählen.

Microsoft stuft „Diesen PC zurücksetzen“ im Vergleich zu weniger eingreifenden Wiederherstellungsoptionen als deutlich stärkere Maßnahme ein.

Auch bei „Eigene Dateien beibehalten“ vorher sichern

Verlasse Dich bei wichtigen Daten niemals ausschließlich darauf, dass während einer Reparatur nichts schiefgeht.

Sichere wichtige:

  • Dokumente
  • Bilder
  • Videos
  • E-Mails
  • Zugangsdaten
  • und andere persönliche Daten

vorher auf einem anderen Datenträger oder in einem geeigneten Backup.

Wann eine Neuinstallation sinnvoll sein kann

Eine vollständige Neuinstallation ist normalerweise die letzte Maßnahme.

Sie kann sinnvoll sein, wenn:

  • Windows erheblich beschädigt ist,
  • andere Reparaturmöglichkeiten nicht funktionieren,
  • eine schwere Schadsoftwareinfektion vermutet wird,
  • oder Du das System bewusst komplett neu aufsetzen möchtest.

Bei einer sauberen Neuinstallation werden Programme und je nach gewähltem Verfahren auch persönliche Daten entfernt.

Deshalb gilt:

Vorher unbedingt Datensicherung durchführen.

Fehlermeldungen gezielt im Internet suchen

Ein konkreter Fehlercode ist oft wesentlich hilfreicher als die Beschreibung:

„Windows funktioniert nicht.“

Wenn beispielsweise angezeigt wird:

0x80070057

suche nicht nur nach dieser Nummer.

Ergänze möglichst:

  • Windows-Version
  • betroffene Funktion
  • Programmname
  • oder den genauen Vorgang

Beispielsweise:

0x80070057 Windows Update Windows 11

Bevorzuge dabei zunächst:

  1. Microsoft Support
  2. Microsoft Learn
  3. Hersteller Deines PCs oder der betroffenen Hardware
  4. seriöse technische Fachseiten

Bei Tipps aus Foren, Videos oder automatisch erzeugten KI-Antworten solltest Du immer prüfen, ob die vorgeschlagene Maßnahme wirklich zu Deinem Problem passt.

Besonders vorsichtig solltest Du bei Anleitungen sein, die Dich auffordern:

  • Registry-Einträge zu löschen,
  • unbekannte Skripte auszuführen,
  • Sicherheitsfunktionen dauerhaft abzuschalten,
  • Systemdienste wahllos zu deaktivieren,
  • oder BIOS-/Firmwareupdates ohne konkreten Grund durchzuführen.

Wann Du besser nicht weiter experimentierst

Hilfe zur Selbsthilfe bedeutet nicht, dass Du jedes Problem unbedingt selbst reparieren musst.

Beende weitere Versuche und sichere möglichst zuerst Deine Daten, wenn beispielsweise:

  • eine Festplatte ungewöhnliche mechanische Geräusche macht,
  • Dateien plötzlich verschwinden oder beschädigt werden,
  • Windows gar nicht mehr startet,
  • immer wieder Laufwerksfehler auftreten,
  • der Computer ohne erkennbaren Grund ständig ausgeht,
  • eine schwere Schadsoftwareinfektion vermutet wird,
  • oder eine Reparaturanleitung Änderungen verlangt, deren Auswirkungen Du nicht beurteilen kannst.

Bei einem möglichen Hardwaredefekt können weitere Schreibzugriffe oder Reparaturversuche unter Umständen wichtiger sein als die Windows-Reparatur selbst.

Fazit: Schritt für Schritt statt wahllos ausprobieren

Windows-Probleme können viele verschiedene Ursachen haben.

Du musst aber nicht sofort wissen, welche davon zutrifft.

Eine sinnvolle Reihenfolge ist:

1. Windows vollständig neu starten

Viele temporäre Probleme verschwinden bereits dadurch.

2. Hinweise sammeln

Prüfe Fehlermeldungen, Fehlercodes, Zeitpunkt und Zuverlässigkeitsverlauf.

Kontrolliere außerdem Windows Update und freien Speicherplatz.

3. DISM und SFC ausführen

Wenn das Fehlerbild weiterhin unklar ist, kannst Du Windows selbst auf beschädigte Komponenten und Systemdateien prüfen lassen.

Zuerst:

DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth

danach:

sfc /scannow

4. Jetzt gezielt nach der Ursache suchen

Je nach Fehlerbild beispielsweise:

  • Programm
  • Treiber oder Gerät
  • Windows Update
  • Autostart
  • abgesicherter Modus
  • Malware
  • RAM
  • oder CHKDSK bei einem möglichen Laufwerks- beziehungsweise Dateisystemproblem

5. Änderungen rückgängig machen oder Windows wiederherstellen

Erst wenn die normalen Diagnose- und Reparaturmöglichkeiten nicht helfen, kommen Wiederherstellungspunkte, eine Windows-Reparatur oder das Zurücksetzen des Computers infrage.

So musst Du nicht wahllos verschiedene Reparaturen ausprobieren.

Du gehst von den einfachsten und sichersten Schritten immer weiter zur konkreten Ursache – und genau das ist die eigentliche Hilfe zur Selbsthilfe bei Windows-Problemen.

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Aktuelle Programmversion: 1.2.1

USB-Schreibschutz und Explorer-Absturzdiagnose stehen derzeit noch als eigenständige Tools zur Verfügung. Wenn Du mehrere Windows-Funktionen nutzen möchtest, ist die Windows Toolbox jedoch meist die bequemere Lösung. Beide Funktionen sollen später ebenfalls in die Toolbox integriert werden.

Unser Tipp:
Schau Dir die Windows Toolbox an. Auf der Toolbox-Seite findest Du weitere Informationen sowie die Installer-Version und die portable Version.

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