Wenn auf Laufwerk C: der Speicherplatz knapp wird, liegt der Gedanke nahe, Programme künftig grundsätzlich auf einem anderen Laufwerk wie D: zu installieren.
Im Internet findet sich dafür häufig ein alter Tipp: In der Windows-Registry sollen die Werte ProgramFilesDir und ProgramFilesDir (x86) geändert werden. Dadurch soll Windows anschließend ein anderes Laufwerk als Standard für Programme verwenden.
Diese Methode solltest Du unter Windows 10 und Windows 11 nicht verwenden.
Microsoft unterstützt das Verschieben des Ordners „Programme“ über den Registry-Wert ProgramFilesDir nicht. Dadurch können Programme, Updates und andere Windows-Komponenten Probleme bekommen.
Es gibt bessere und deutlich sicherere Möglichkeiten, Programme, Apps und persönliche Dateien auf einem anderen Laufwerk unterzubringen.
Hinweis zu einer früheren Version dieses Artikels

In einer früheren Fassung dieses Beitrags haben wir empfohlen, die Registry-Werte ProgramFilesDir und ProgramFilesDir (x86) zu ändern, um den Standardinstallationspfad von Programmen auf ein anderes Laufwerk zu verlegen.
Diese Empfehlung haben wir nach erneuter fachlicher Prüfung zurückgenommen. Microsoft unterstützt diese Änderung nicht als reguläre Lösung und weist darauf hin, dass dadurch unter anderem Probleme mit Programmen, Updates und Sicherheitsupdates entstehen können.
Wir haben den Artikel deshalb überarbeitet und zeigen Dir jetzt sichere Möglichkeiten, Programme, Apps und persönliche Daten auf einem anderen Laufwerk zu speichern, ohne dafür zentrale Windows-Systempfade zu verändern.
Kurz erklärt
Wenn Du Speicherplatz auf Laufwerk C: sparen möchtest:
- Ändere
ProgramFilesDirnicht in der Registry. - Wähle bei klassischen Programmen während der Installation ein anderes Laufwerk, sofern das Installationsprogramm dies anbietet.
- Lege für neue Microsoft-Store-Apps über die Windows-Einstellungen ein anderes Laufwerk fest.
- Verschiebe unterstützte Microsoft-Store-Apps über die Windows-Einstellungen.
- Speichere große persönliche Dateien wie Bilder, Videos und Dokumente auf einem anderen Laufwerk.
Die Windows-Systemordner selbst solltest Du dagegen unverändert lassen.
Was ist ProgramFilesDir?
Windows verwendet standardmäßig unter anderem diese Ordner für installierte Programme:
C:\Program Files
Auf einem 64-Bit-Windows gibt es zusätzlich:
C:\Program Files (x86)
In der Registry existieren dazu unter anderem die Werte:
ProgramFilesDir
und
ProgramFilesDir (x86)
Sie befinden sich unter:
HKEY_LOCAL_MACHINE\SOFTWARE\Microsoft\Windows\CurrentVersion
Ältere Anleitungen empfehlen teilweise, diese Werte beispielsweise von C:\Program Files auf D:\Programme zu ändern.
Davon raten wir ab.
Die Einträge gehören zur Systemkonfiguration von Windows und sind nicht als komfortable Einstellung gedacht, mit der ein Benutzer den Installationsort sämtlicher Programme auf ein anderes Laufwerk verlegt.
Warum Du ProgramFilesDir nicht ändern solltest
Der vermeintlich einfache Registry-Trick kann verschiedene Probleme verursachen.
Windows, Microsoft-Programme, Installationsprogramme und Aktualisierungsroutinen können davon ausgehen, dass sich bestimmte Programmbestandteile an den vorgesehenen Systempfaden befinden.
Wird dieser Pfad nachträglich geändert, können unter anderem Probleme auftreten bei:
- der Installation oder Aktualisierung von Programmen,
- Windows- und Softwareupdates,
- Sicherheitsupdates,
- Microsoft-Programmen,
- Reparatur- oder Wartungsvorgängen.
Microsoft dokumentiert ausdrücklich, dass das Ändern des Speicherortes des Ordners „Programme“ über den Registry-Wert ProgramFilesDir nicht empfohlen und nicht unterstützt wird. Als mögliche Folgen nennt Microsoft unter anderem Probleme mit Programmen, Updates und Sicherheitsupdates sowie eine mögliche Instabilität des Systems.
Quelle: Microsoft Support – „Microsoft unterstützt nicht das Ändern des Speicherortes des Ordners ‚Programme‘ durch Ändern des Registrierungswertes ProgramFilesDir“
Hinzu kommt ein weiteres Problem:
Das Ändern von ProgramFilesDir verschiebt bereits installierte Programme nicht automatisch.
Programme, die bereits unter C:\Program Files oder C:\Program Files (x86) installiert wurden, bleiben dort. Eine Änderung des Registry-Wertes kann dadurch zu einer uneinheitlichen Systemkonfiguration führen.
Ein vorheriges Sichern der Registry macht diese Methode nicht empfehlenswert. Die Sicherung kann zwar bei einem Fehler helfen, sie ändert aber nichts daran, dass das pauschale Umstellen des Windows-Programmpfades keine geeignete Lösung für ein normales Windows-System ist.
Programme auf D: installieren – so geht es richtig
Bei klassischen Windows-Programmen wird der Installationsort normalerweise durch das jeweilige Installationsprogramm bestimmt.
Dabei handelt es sich beispielsweise um Programme, die Du über eine .exe– oder .msi-Datei installierst.
Viele Installationsprogramme bieten während der Einrichtung eine Auswahl wie:
- Benutzerdefinierte Installation
- Erweiterte Optionen
- Installationsordner
- Zielordner
- Durchsuchen
Dort kannst Du beispielsweise statt
C:\Program Files\Programmname
einen Ordner auf einem anderen internen Laufwerk wählen:
D:\Programme\Programmname
Wenn das Installationsprogramm diese Möglichkeit ausdrücklich anbietet, ist das der wesentlich bessere Weg.
Nicht jedes Programm lässt einen anderen Installationsort zu
Einige Programme benötigen bestimmte Komponenten auf Laufwerk C: oder bieten überhaupt keine Auswahl des Installationsordners an.
In diesem Fall solltest Du den Speicherort nicht mit Registry-Tricks oder durch manuelles Verschieben des Programmordners erzwingen.
Auch wenn Du ein Programm auf D: installierst, können einzelne Bestandteile weiterhin auf C: gespeichert werden. Dazu gehören beispielsweise Einstellungen, gemeinsam verwendete Komponenten oder Dateien im Benutzerprofil.
Das ist normal.
Bereits installierte Programme nicht einfach verschieben
Einen bereits installierten Programmordner solltest Du nicht einfach im Explorer von
C:\Program Files
nach
D:\Programme
verschieben.
Viele Programme speichern während der Installation Informationen über ihren Installationsort. Zusätzlich können Verknüpfungen, Dienste, Bibliotheken oder Registry-Einträge auf den ursprünglichen Pfad verweisen.
Nach einem manuellen Verschieben funktioniert das Programm deshalb möglicherweise nicht mehr richtig.
Wenn ein klassisches Programm auf ein anderes Laufwerk soll, ist der sichere Weg normalerweise:
- Eigene Einstellungen oder Daten des Programms sichern, sofern erforderlich.
- Das Programm ordnungsgemäß deinstallieren.
- Das Programm erneut installieren.
- Während der Installation
D:oder ein anderes Laufwerk als Ziel auswählen, sofern das Setup dies unterstützt.
Microsoft-Store-Apps auf einem anderen Laufwerk speichern
Bei Apps aus dem Microsoft Store bietet Windows eine eigene Speicherverwaltung.

Unter Windows 11 findest Du sie über:
Einstellungen → System → Speicher → Erweiterte Speichereinstellungen → Speicherort für neue Inhalte

Dort kannst Du unter anderem festlegen, auf welchem Laufwerk neue Apps gespeichert werden sollen.
Wichtig ist die Unterscheidung:
Diese Einstellung bedeutet nicht, dass künftig jedes klassische Windows-Programm automatisch auf diesem Laufwerk installiert wird.
Sie betrifft insbesondere Apps, die über die von Windows vorgesehene App-Verwaltung installiert werden. Ein klassisches Programm mit eigenem Installationsprogramm entscheidet weiterhin selbst über seinen Installationsort.
Weitere Informationen findest Du bei Microsoft unter „Speichereinstellungen in Windows“.
Bereits installierte Microsoft-Store-Apps verschieben
Bei manchen Microsoft-Store-Apps kann Windows den Speicherort nachträglich ändern.

Öffne dazu unter Windows 11:
Einstellungen → Apps → Installierte Apps
Wähle die betreffende App aus und prüfe, ob Windows die Funktion Verschieben anbietet.
Ist die Funktion verfügbar, kannst Du ein anderes geeignetes Laufwerk auswählen.
Wird Verschieben nicht angeboten, unterstützt die betreffende App diese Möglichkeit nicht. Du solltest dann nicht versuchen, den App-Ordner selbst im Explorer zu verschieben.
Persönliche Daten auf ein anderes Laufwerk verschieben
Wenn Laufwerk C: voll wird, sind nicht immer die installierten Programme die größten Speicherverbraucher.
Auch persönliche Dateien können viel Speicherplatz belegen, beispielsweise:
- Videos
- Fotos
- Downloads
- Dokumente
- Musik
- große Archive
- Installationsdateien
Persönliche Daten lassen sich wesentlich unkomplizierter von den Windows-Systemdateien trennen.
Hast Du beispielsweise eine kleinere SSD als Laufwerk C: für Windows und eine große SSD oder Festplatte als Laufwerk D:, kannst Du persönliche Daten gezielt auf D: speichern.
Speicherort für neue persönliche Dateien ändern
Windows bietet dafür ebenfalls eine eigene Einstellung.
Öffne:
Einstellungen → System → Speicher → Erweiterte Speichereinstellungen → Speicherort für neue Inhalte
Dort kannst Du unterschiedliche Laufwerke für verschiedene Arten neuer Inhalte festlegen.
Dazu gehören unter anderem:
- Dokumente
- Musik
- Bilder
- Videos
So kannst Du Windows und Programme auf Laufwerk C: belassen und große persönliche Daten trotzdem auf einem anderen Laufwerk speichern.
Diese Windows-Ordner solltest Du nicht einfach verschieben
Ein anderes Laufwerk für persönliche Daten oder einzelne Programme zu verwenden, ist etwas völlig anderes als das Verschieben zentraler Windows-Ordner.
Diese Verzeichnisse solltest Du als normaler Windows-Nutzer nicht einfach manuell verschieben oder über Registry-Tricks auf ein anderes Laufwerk umleiten:
C:\Windows
C:\Program Files
C:\Program Files (x86)
C:\ProgramData
Auch das komplette Benutzerprofil unter
C:\Users
solltest Du nicht pauschal durch nachträgliche Änderungen an der Windows-Systemkonfiguration verschieben.
Diese Verzeichnisse sind Bestandteil der Windows-Struktur. Eingriffe können zu Problemen führen, die sich teilweise erst später bei einem Programm- oder Windows-Update bemerkbar machen.
Was tun, wenn Laufwerk C: zu klein ist?
Ist auf Laufwerk C: nur noch wenig Speicherplatz vorhanden, solltest Du zunächst prüfen, was den Speicher tatsächlich belegt.
Sinnvolle Möglichkeiten sind beispielsweise:
- nicht mehr benötigte Programme deinstallieren,
- große persönliche Dateien auf ein anderes Laufwerk verschieben,
- temporäre Dateien über die Windows-Speicherverwaltung löschen,
- neue Programme bei der Installation gezielt auf D: installieren,
- Microsoft-Store-Apps auf ein anderes Laufwerk legen,
- neue persönliche Dateien standardmäßig auf einem anderen Laufwerk speichern.
Damit lässt sich häufig erheblich mehr erreichen als durch Änderungen an den Windows-Systempfaden.
Programminstallation, Apps und Daten nicht verwechseln
Beim Thema „Speicherort ändern“ solltest Du deshalb immer unterscheiden:
Klassische Windows-Programme
Diese werden beispielsweise über eine .exe– oder .msi-Datei installiert. Einen anderen Installationsordner wählst Du am besten direkt im Installationsprogramm.
Microsoft-Store-Apps
Für neue Apps kannst Du über die Windows-Speichereinstellungen ein anderes Laufwerk festlegen. Unterstützte bereits installierte Apps lassen sich teilweise über die App-Einstellungen verschieben.
Persönliche Daten
Dokumente, Bilder, Videos, Musik und andere eigene Dateien kannst Du problemlos getrennt vom eigentlichen Windows-System organisieren und beispielsweise auf Laufwerk D: speichern.
Windows-Systemverzeichnisse
Ordner wie Windows, Program Files, Program Files (x86) und ProgramData solltest Du nicht pauschal verschieben oder über Registry-Einträge auf andere Laufwerke umbiegen.
Hinweis zu Windows 10
Die beschriebenen Grundlagen gelten auch für Windows 10.
Der reguläre Support für Windows 10 endete allerdings am 14. Oktober 2025. Windows-10-PCs funktionieren weiterhin, erhalten ohne entsprechende erweiterte Unterstützung jedoch nicht mehr die regulären Sicherheitsupdates von Microsoft.
Wenn Dein Computer Windows 11 unterstützt, solltest Du deshalb den Wechsel auf eine weiterhin unterstützte Windows-Version einplanen.
Fazit
Wenn auf Laufwerk C: der Speicher knapp wird, kann es durchaus sinnvoll sein, Programme und persönliche Daten auf andere Laufwerke zu verteilen.
Den Windows-Standardpfad für Programme solltest Du dafür aber nicht durch eine Änderung von ProgramFilesDir oder ProgramFilesDir (x86) in der Registry umstellen.
Installiere klassische Programme stattdessen direkt auf einem anderen Laufwerk, wenn das jeweilige Installationsprogramm diese Auswahl anbietet. Für Microsoft-Store-Apps und neue persönliche Inhalte stellt Windows eigene Speichereinstellungen bereit.
So bleibt die Windows-Systemstruktur unverändert und Du vermeidest unnötige Probleme mit Programmen, Updates und der Wartung Deines Systems.





