Datensicherung mit Rescuezilla

Datensicherung mit Rescuezilla

Was ist Rescuezilla?

Rescuezilla ist ein kostenloses Open-Source-Programm zum Erstellen und Wiederherstellen von Datenträgerabbildern. Es besitzt eine grafische Benutzeroberfläche und ist mit Clonezilla-Images kompatibel.

Auf der offiziellen Downloadseite wird die jeweils aktuelle stabile Rescuezilla-Version angeboten.

Rescuezilla wird nicht wie ein normales Windows-Programm installiert und gestartet. Du musst den Computer stattdessen mit dem Rescuezilla-Live-System starten – normalerweise über einen bootfähigen USB-Stick.

Nach dem Start befindet sich ein eigenes kleines Linux-basiertes Betriebssystem im Arbeitsspeicher des Computers. Dein installiertes Windows muss dabei nicht gestartet werden.

Das ist besonders praktisch, wenn Du ein vollständiges Windows-System sichern oder nach einem Laufwerksdefekt wiederherstellen möchtest.

Was ist ein Image?

Ein Image ist etwas anderes als das normale Kopieren einzelner Dateien.

Bei einer klassischen Dateisicherung kopierst Du beispielsweise:

  • Dokumente,
  • Fotos,
  • Videos,
  • Musik,
  • andere persönliche Dateien.

Ein Systemimage bildet dagegen ganze Partitionen oder Datenträger ab.

Dadurch können nicht nur persönliche Dateien, sondern beispielsweise auch Windows, installierte Programme, Einstellungen und zum Starten des Computers notwendige Systempartitionen gesichert werden.

Rescuezilla bezeichnet dieses Verfahren als Disk Imaging. Das dabei erzeugte Backup wird als Dateien auf einem anderen Datenträger gespeichert.

Unterschied zwischen Dateisicherung, Image und Klonen

Diese drei Verfahren solltest Du nicht miteinander verwechseln.

Dateisicherung

Eine Dateisicherung schützt ausgewählte persönliche Dateien und Ordner.

Sie eignet sich beispielsweise dafür, regelmäßig Deine Dokumente und Fotos zu sichern.

Systemimage

Ein Systemimage sichert ganze Partitionen oder einen kompletten Datenträger.

Damit kannst Du einen früheren Systemzustand einschließlich Windows und installierter Programme wiederherstellen.

Klonen

Beim Klonen werden Daten direkt von einem Laufwerk auf ein anderes Laufwerk übertragen.

Dabei wird normalerweise kein Image als Zwischenschritt gespeichert.

Rescuezilla bietet neben Backup und Restore auch eine Clone-Funktion. Die Clone-Funktion gehört bereits seit Rescuezilla 2.2 zum Programm.

Klonen kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn Du eine vorhandene Festplatte direkt auf eine neue SSD übertragen möchtest.

Achtung: Beim Klonen wird auf das ausgewählte Ziellaufwerk geschrieben. Verwechselst Du Quelle und Ziel, können die vorhandenen Daten auf dem Ziellaufwerk überschrieben werden.

Was Du für Rescuezilla benötigst

Die offizielle Rescuezilla-Downloadseite nennt folgende grundlegende Anforderungen:

  • Intel-/AMD-kompatibler PC,
  • mindestens 1 GB Arbeitsspeicher,
  • 2 GB Arbeitsspeicher werden empfohlen,
  • USB-Stick für Rescuezilla,
  • ausreichend großer Datenträger für das Backup.

Als Backup-Datenträger eignet sich beispielsweise eine externe USB-Festplatte oder USB-SSD.

Dabei solltest Du zwei Datenträger auseinanderhalten:

Rescuezilla-USB-Stick:
Von diesem Stick wird Rescuezilla gestartet.

Backup-Festplatte oder Backup-SSD:
Auf diesem Datenträger wird Dein eigentliches Systemimage gespeichert.

Das sind zwei unterschiedliche Aufgaben.

Rescuezilla herunterladen

Lade Rescuezilla möglichst von der offiziellen Projektseite herunter.

Offizielle Rescuezilla-Downloadseite

Du erhältst eine ISO-Datei.

Diese ISO-Datei darf nicht einfach wie ein normales Dokument auf den USB-Stick kopiert werden. Der Stick muss daraus als bootfähiges Medium erstellt werden.

Bootfähigen Rescuezilla-USB-Stick erstellen

Rescuezilla-ISO und USB-Stick in balenaEtcher zum Erstellen des Bootmediums ausgewählt
In balenaEtcher wählst Du die Rescuezilla-ISO und den richtigen USB-Stick aus. Mit „Flash!“ wird anschließend das bootfähige Medium erstellt.

Die Rescuezilla-Downloadseite empfiehlt zum Schreiben der ISO-Datei beispielsweise balenaEtcher. Das Programm steht für Windows, macOS und Linux zur Verfügung.

Grundsätzlich gehst Du so vor:

  1. Starte balenaEtcher.
  2. Wähle die heruntergeladene Rescuezilla-ISO aus.
  3. Wähle Deinen USB-Stick.
  4. Kontrolliere unbedingt, ob wirklich der richtige USB-Stick ausgewählt ist.
  5. Starte den Schreibvorgang.

Verwende deshalb einen Stick, auf dem keine wichtigen Daten mehr gespeichert sind.

Computer vom Rescuezilla-USB-Stick starten

Rescuezilla-ISO und USB-Stick in balenaEtcher zum Erstellen des Bootmediums ausgewählt
In balenaEtcher wählst Du die Rescuezilla-ISO und den richtigen USB-Stick aus. Mit „Flash!“ wird anschließend das bootfähige Medium erstellt.

Lass den Rescuezilla-Stick am Computer angeschlossen und starte den PC neu.

Während des Einschaltens musst Du gegebenenfalls den Bootmanager des Computers öffnen.

Je nach Hersteller kann dafür beispielsweise eine Taste wie F8 oder F12 verwendet werden. Welche Taste tatsächlich zuständig ist, hängt vom Gerät beziehungsweise Mainboard ab.

Wähle anschließend den Rescuezilla-USB-Stick als Startlaufwerk.

Rescuezilla-Programmoberfläche mit Backup, Restore, Clone, Verify Image und Image Explorer
Auf der Rescuezilla-Startseite findest Du die Funktionen für Backup, Wiederherstellung, Klonen, Image-Prüfung und den Image Explorer.

Rescuezilla lädt nun sein eigenes Betriebssystem in den Arbeitsspeicher und startet die grafische Oberfläche.

Dabei wird Rescuezilla nicht auf Deiner Windows-Festplatte installiert.

Was tun, wenn Rescuezilla nur einen schwarzen Bildschirm zeigt?

Bei manchen Computern kann es vorkommen, dass Rescuezilla nach der Sprachauswahl nicht korrekt bis zur grafischen Oberfläche startet.

Für diesen Fall empfiehlt die offizielle Hilfe den Graphical Fallback Mode im Rescuezilla-Startmenü.

Dieser verwendet eine einfachere Grafikkonfiguration und kann helfen, wenn die normale Variante mit der vorhandenen Grafikhardware beziehungsweise den verfügbaren Treibern nicht zurechtkommt.

Aktuelle Rescuezilla-Versionen unterstützen UEFI und Secure Boot. Je nach Computer können beim Start dennoch Besonderheiten auftreten.

Systemabbild mit Rescuezilla erstellen

Nachdem Rescuezilla gestartet wurde, wählst Du für eine normale Datensicherung die Funktion Backup.

Jetzt beginnt der eigentliche Sicherungsassistent.

Hier solltest Du Dir Zeit nehmen und die angezeigten Laufwerke sorgfältig kontrollieren.

Das richtige Quelllaufwerk auswählen

Rescuezilla Backup – Windows-Quelllaufwerk mit mehreren Systempartitionen auswählen
Rescuezilla zeigt beim Windows-Systemlaufwerk mehrere Partitionen an. Kontrolliere Kapazität, Laufwerksmodell und Partitionen sorgfältig, bevor Du fortfährst.

Zunächst musst Du festlegen, welches Laufwerk gesichert werden soll.

Bei einer Windows-Systemicherung ist das normalerweise die interne SSD oder Festplatte, auf der Windows installiert ist.

Achte bei der Auswahl nicht nur auf den technischen Gerätenamen.

Hilfreich sind insbesondere Angaben wie:

  • Hersteller,
  • Modell,
  • Kapazität,
  • angezeigte Partitionen.

Angenommen, Dein Computer besitzt eine interne SSD mit 1 TB und Deine externe Backup-Festplatte hat 4 TB.

Dann ist die unterschiedliche Kapazität bereits ein wichtiges Merkmal, um beide Laufwerke auseinanderzuhalten.

Kontrolliere trotzdem alle Angaben, bevor Du fortfährst.

Für ein vollständiges Windows-Backup nicht nur C: beachten

Rescuezilla Backup – alle zum Windows-System gehörenden Partitionen für die Sicherung auswählen
Für ein vollständiges Windows-Systemabbild lässt Du im Regelfall alle zum System gehörenden Partitionen ausgewählt. Rescuezilla markiert diese hier bereits automatisch.

Ein modernes Windows-System besteht häufig nicht nur aus der sichtbaren Partition C:.

Bei einer typischen UEFI-Installation können zusätzlich beispielsweise vorhanden sein:

  • EFI-Systempartition,
  • Microsoft Reserved Partition,
  • Windows-Partition,
  • Wiederherstellungspartition.

Wenn Du später den kompletten Systemdatenträger wiederherstellen möchtest, können auch diese zusätzlichen Partitionen benötigt werden.

Für eine vollständige Systemsicherung ist es deshalb sinnvoll, den kompletten Windows-Datenträger beziehungsweise alle zum System gehörenden Partitionen in das Image einzubeziehen und nicht unüberlegt ausschließlich die Windows-Partition C: zu sichern.

Das Backup-Ziel auswählen

Rescuezilla Backup – 60-GB-NTFS-Laufwerk als Ziel für das Sicherungsimage auswählen
Wähle den Datenträger aus, auf dem das Rescuezilla-Image gespeichert werden soll. Hier ist die separate 60-GB-NTFS-Partition „Rescuezilla-Backup“ ausgewählt.

Als Nächstes legst Du fest, wo das Image gespeichert werden soll.

Für unerfahrene Nutzer ist meistens eine:

  • externe USB-Festplatte oder
  • externe USB-SSD

die einfachste Lösung.

Rescuezilla Backup – Zielordner Windows11-Backup für das Sicherungsimage auswählen
Wähle einen aussagekräftig benannten Ordner für Dein Rescuezilla-Backup. Hier wird das Image im Ordner „Windows11-Backup“ gespeichert.

Am einfachsten speicherst Du das Image auf einer externen USB-Festplatte oder USB-SSD mit ausreichend freiem Speicherplatz.

Ein Backup sollte möglichst nicht ausschließlich auf demselben physischen Datenträger liegen, der gerade gesichert wird.

Fällt dieser Datenträger später vollständig aus, wären sonst möglicherweise sowohl das ursprüngliche System als auch das Backup verloren.

Rescuezilla Backup – Namen für die Sicherung festlegen
Vergib einen eindeutigen Namen für Dein Backup. Eine Kombination aus Systemname und Datum erleichtert es Dir später, mehrere Sicherungen auseinanderzuhalten.

Wie viel Speicherplatz benötigt das Rescuezilla-Image?

Die Größe des Images entspricht nicht zwangsläufig der vollständigen Größe Deiner SSD oder Festplatte.

Rescuezilla verwendet unter anderem Partclone. Bei unterstützten Dateisystemen arbeitet Partclone mit tatsächlich verwendeten Datenblöcken. Rescuezilla unterstützt außerdem komprimierte Images.

Rescuezilla lässt Dich vor dem Start auch die Komprimierung einstellen. Wenn Du Dir bei diesen Optionen unsicher bist, kannst Du die voreingestellten Werte beibehalten.

Rescuezilla Backup – Einstellungen für die Komprimierung des Sicherungsimages
Rescuezilla bietet verschiedene Einstellungen für die Komprimierung des Backups. Wenn Du keinen besonderen Grund für eine Änderung hast, kannst Du die voreingestellten Werte beibehalten.

Wie groß Dein Image letztlich wird, hängt deshalb unter anderem ab von:

  • der Menge der tatsächlich belegten Daten,
  • dem verwendeten Dateisystem,
  • den gespeicherten Dateien,
  • der gewählten Komprimierung.

Plane auf Deinem Backup-Datenträger trotzdem ausreichend Reserve ein.

Verlasse Dich nicht darauf, dass ein knapp bemessener freier Speicherplatz in jedem Fall ausreichen wird.

Backup starten

Rescuezilla Backup – Zusammenfassung mit Quelllaufwerk, Partitionen, Komprimierung und Backup-Ziel
Vor dem Start zeigt Rescuezilla noch einmal Quelle, ausgewählte Partitionen, Komprimierung und Ziel der Sicherung an. Prüfe diese Angaben sorgfältig, bevor Du den Sicherungsvorgang startest.

Bevor Rescuezilla die Sicherung startet, zeigt das Programm noch einmal eine Zusammenfassung der gewählten Einstellungen an.

Kontrolliere dort insbesondere:

Quelle:
Das Windows-Laufwerk, das Du sichern möchtest.

Zu sichernde Partitionen:
Bei einem vollständigen Windows-Systemabbild sollten die zuvor ausgewählten Systempartitionen aufgeführt sein.

Ziel:
Die externe Festplatte, SSD oder der ausgewählte Speicherort für das Image.

Komprimierung:
Wenn Du die Voreinstellung nicht bewusst geändert hast, kannst Du sie so belassen.

Erst wenn diese Angaben stimmen, startest Du die Sicherung.

Rescuezilla erstellt ein Windows-Systemabbild und zeigt den Fortschritt der Sicherung an
Während der Sicherung zeigt Rescuezilla den Fortschritt und die voraussichtlich verbleibende Zeit an. Lass den Vorgang vollständig durchlaufen und trenne weder Quell- noch Backup-Datenträger.

Während des Backups zeigt Rescuezilla den Fortschritt und eine geschätzte verbleibende Zeit an. Trenne währenddessen weder das Quelllaufwerk noch den Backup-Datenträger vom Computer.

Rescuezilla bestätigt die erfolgreiche Sicherung aller ausgewählten Windows-Partitionen
Nach erfolgreichem Abschluss zeigt Rescuezilla an, welche Partitionen gesichert wurden. Prüfe hier, ob alle ausgewählten Partitionen ohne Fehler abgeschlossen wurden.

Warte, bis Rescuezilla den Vorgang abgeschlossen hat.

Nach erfolgreichem Abschluss zeigt Rescuezilla an, welche Partitionen gesichert wurden. Prüfe diese Zusammenfassung, bevor Du das Programm beendest.

Das fertige Image überprüfen

Rescuezilla Verify Image – vorhandenes Windows-Backup zur Überprüfung auswählen
Wähle das zuvor erstellte Backup aus, das Rescuezilla überprüfen soll. In der Übersicht siehst Du auch die im Image enthaltenen Partitionen.

Ein Backup ist nur hilfreich, wenn es im Ernstfall auch gelesen werden kann.

Rescuezilla besitzt deshalb die Funktion Verify Image, mit der Du ein erstelltes Sicherungsimage überprüfen kannst.

Die Überprüfung startest Du nach dem Backup separat:

  1. Wähle auf der Rescuezilla-Startseite Verify Image.
  2. Wähle den Datenträger beziehungsweise Ordner mit Deinem Backup.
  3. Markiere das zu überprüfende Image.
  4. Starte die Überprüfung.
  5. Kontrolliere anschließend die angezeigten Ergebnisse.
Rescuezilla überprüft ein zuvor erstelltes Windows-Systemimage
Bei der Image-Prüfung kontrolliert Rescuezilla die gesicherten Partitionen und zeigt den Fortschritt der Überprüfung an.

Mit „Verify Image“ kannst Du die unterstützten Bestandteile eines erstellten Backups auf Lesbarkeit beziehungsweise Integrität prüfen. Rescuezilla kann dabei je nach Sicherungsart einzelne Bestandteile möglicherweise nicht verifizieren. Das Ergebnis zeigt Dir genau an, welche Partitionen erfolgreich geprüft wurden und wo Einschränkungen bestehen.

Rescuezilla zeigt das Ergebnis der Image-Überprüfung mit erfolgreich verifizierten Partitionen und einem nicht unterstützten Raw-Image
Nach der Überprüfung zeigt Rescuezilla für jede Partition das Ergebnis an. In diesem Beispiel wurden drei Dateisystemabbilder erfolgreich verifiziert; die als Raw-Image gesicherte Microsoft-Reserved-Partition konnte mit Verify Image nicht geprüft werden.

Hinweis: Nicht jeder Bestandteil eines Images lässt sich mit dieser Funktion zwingend verifizieren. In unserem Beispiel konnte Rescuezilla die als Dateisystemabbilder gespeicherten Partitionen überprüfen, während die als Raw-Image gesicherte kleine Microsoft-Reserved-Partition nicht unterstützt wurde.

Eine solche Meldung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass das gesamte Backup fehlerhaft ist. Entscheidend ist, das angezeigte Prüfergebnis für die einzelnen Bestandteile zu beachten.

Eine erfolgreiche Verifikation ersetzt zwar keine vollständige Wiederherstellungsprobe, ist aber eine wesentlich risikoärmere Möglichkeit, das erstellte Image zu kontrollieren.

Einzelne Dateien aus einem Image öffnen

Rescuezilla besitzt außerdem den Image Explorer. Die Funktion befindet sich noch im Beta-Stadium.

Damit kannst Du unterstützte Partitionen eines Backup-Images nur lesend einbinden und auf darin enthaltene Dateien zugreifen, ohne gleich das komplette System wiederherzustellen.

Das kann beispielsweise praktisch sein, wenn Du aus einem älteren Systemimage nur ein bestimmtes Dokument benötigst.

Allerdings gibt es noch Einschränkungen. Besonders bei komprimierten Images kann das Einhängen sehr langsam sein oder fehlschlagen. Rescuezilla weist vor dem Einhängen entsprechend darauf hin.

Auch in unserem Test ließ sich das mit der voreingestellten gzip-Komprimierung erstellte Image nicht erfolgreich im Image Explorer öffnen; der Vorgang endete mit einem Timeout.

Wichtig: Ein solcher Fehler des Image Explorers bedeutet nicht automatisch, dass das Backup selbst beschädigt ist. Verwende zur eigentlichen Kontrolle des Sicherungsimages die Funktion Verify Image.

Ein komplettes System wiederherstellen

Wenn Deine Systemfestplatte defekt ist oder Windows aus einem anderen Grund vollständig aus dem zuvor erstellten Image wiederhergestellt werden soll, startest Du den Computer erneut vom Rescuezilla-USB-Stick.

Diesmal wählst Du Restore.

Danach wählst Du das zuvor erstellte Backup-Image aus.

Anschließend musst Du bestimmen, auf welches Laufwerk dieses Image geschrieben werden soll.

Und genau hier ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich.

Sehr wichtig: Das richtige Ziellaufwerk auswählen

Wenn Du beim Wiederherstellen das falsche Ziellaufwerk auswählst, können die darauf gespeicherten Daten überschrieben werden.

Rescuezilla Restore – Ziellaufwerk für die Wiederherstellung auswählen
Beim Restore musst Du das Ziellaufwerk besonders sorgfältig auswählen. In diesem Beispiel ist das 40-GB-Windows-Laufwerk das Ziel; auf dem 60-GB-Laufwerk befindet sich das Backup.

Prüfe deshalb vor dem Start der Wiederherstellung sorgfältig:

  • Hersteller und Modell,
  • Kapazität des Laufwerks,
  • vorhandene Partitionen,
  • ob es wirklich das Laufwerk ist, das wiederhergestellt werden soll.

Rescuezilla zeigt vor dem eigentlichen Start noch einmal das Quellabbild, das gewählte Ziellaufwerk und die Zuordnung der wiederherzustellenden Partitionen an.

Dabei warnt das Programm ausdrücklich:

„DIE PARTITIONSTABELLE WIRD ÜBERSCHRIEBEN“

Nimm diese letzte Kontrolle ernst. Wenn hier das falsche Ziellaufwerk angegeben ist, gehe zurück und korrigiere die Auswahl. Erst wenn Quelle, Ziel und Partitionen eindeutig stimmen, solltest Du die Wiederherstellung starten.

Wenn Du externe Festplatten oder SSDs angeschlossen hast, die für die Wiederherstellung nicht benötigt werden, kannst Du diese vor dem Restore vom Computer trennen.

Damit reduzierst Du die Anzahl der auswählbaren Laufwerke und damit auch das Risiko einer Verwechslung.

Prüfe vor dem endgültigen Start noch einmal bewusst:

Quelle: das zuvor erstellte Rescuezilla-Image

Ziel: die Festplatte oder SSD, auf die das Image geschrieben werden soll.

Rescuezilla Restore – letzte Bestätigung vor dem Überschreiben des Ziellaufwerks
Vor dem Start zeigt Rescuezilla noch einmal Quellabbild, Ziellaufwerk und die wiederherzustellenden Partitionen an. Prüfe diese Angaben besonders sorgfältig: Beim Restore wird die Partitionstabelle des Ziellaufwerks überschrieben.

Erst wenn diese Zuordnung eindeutig stimmt, solltest Du die Wiederherstellung starten.

Wiederherstellung auf eine kleinere SSD

Besondere Vorsicht ist erforderlich, wenn Du ein Image auf einen kleineren Datenträger zurückspielen möchtest.

Rescuezilla kann einen Datenträger derzeit nicht automatisch so verkleinern, dass ein Image ohne weitere Vorbereitung auf ein kleineres Laufwerk passt.

Soll das Image auf einen kleineren Datenträger übertragen werden, müssen die Partitionen gegebenenfalls zuvor mit einem Werkzeug wie GParted verkleinert werden. Das ist deutlich aufwendiger und birgt bei falscher Bedienung zusätzliche Risiken.

Für unerfahrene Nutzer ist deshalb ein gleich großes oder größeres Ziellaufwerk wesentlich unkomplizierter.

Rescuezilla lässt Dich vor dem Start außerdem die Komprimierung des Backups einstellen. Wenn Du keinen besonderen Grund für eine Änderung hast, kannst Du die voreingestellten Werte beibehalten.

Eine stärkere Komprimierung kann Speicherplatz sparen, benötigt aber entsprechend mehr Rechenleistung und kann die Sicherung verlangsamen.

Rescuezilla und BitLocker

Viele aktuelle Windows-Computer verwenden BitLocker oder die Windows-Geräteverschlüsselung.

Hier solltest Du besonders vorsichtig sein.

Wenn Dein Windows-Laufwerk mit BitLocker verschlüsselt ist, kann Rescuezilla nicht ohne Weiteres auf die darin gespeicherten Dateien zugreifen. Sichere deshalb unbedingt Deinen BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel, bevor Du mit Rescuezilla arbeitest.

Wenn Dein Windows-Laufwerk mit BitLocker verschlüsselt ist, kann Rescuezilla nicht ohne Weiteres auf die darin gespeicherten Dateien zugreifen. Sichere deshalb unbedingt Deinen BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel, bevor Du mit Rescuezilla arbeitest.

Wenn Dein Windows-System BitLocker oder die Geräteverschlüsselung verwendet:

  • sichere Deinen BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel,
  • bewahre ihn unabhängig vom Computer auf,
  • ändere oder deaktiviere die Verschlüsselung nicht unüberlegt nur für ein Backup.

Gerade vor Änderungen an Partitionen, Datenträgern oder Boot-Einstellungen sollte der Wiederherstellungsschlüssel verfügbar sein.

Backup auf einem NAS oder einer Netzwerkfreigabe

Rescuezilla besitzt Netzwerkunterstützung und kann auf Netzwerkfreigaben zugreifen.

Rescuezilla kann auch auf SMB/CIFS-Netzwerkfreigaben zugreifen, beispielsweise auf einem NAS oder einem anderen Computer.

Aktuelle Rescuezilla-Versionen unterstützen außerdem NFS und bieten eine Auswahl beziehungsweise automatische Erkennung verschiedener NFS-Versionen.

Für unerfahrene Nutzer ist eine direkt angeschlossene externe Festplatte oder SSD trotzdem meist einfacher.

Ein NAS ist vor allem sinnvoll, wenn Deine Netzwerkfreigabe bereits zuverlässig eingerichtet ist und Du die notwendigen Zugangsdaten kennst.

Kann Rescuezilla direkt in OneDrive, Google Drive oder Dropbox sichern?

OneDrive, Google Drive, Dropbox und ähnliche Cloud-Dienste kannst Du derzeit nicht direkt als Backup-Ziel in Rescuezilla auswählen.

Wenn Du Dein Rescuezilla-Image zusätzlich in der Cloud speichern möchtest, erstelle das Backup zunächst auf einer externen Festplatte oder SSD und kopiere es anschließend unter Windows in Deinen Cloudspeicher.

Bedenke außerdem, dass vollständige Systemimages sehr groß sein können. Entsprechend lange können Upload und Synchronisation dauern.

Laufwerk mit Rescuezilla klonen

Neben Backup und Restore kann Rescuezilla auch Laufwerke direkt klonen.

Beim Klonen wird das Quelllaufwerk unmittelbar auf ein anderes Laufwerk übertragen. Die Clone-Funktion ist Bestandteil von Rescuezilla.

Das kann beispielsweise beim Wechsel von einer alten Festplatte auf eine neue SSD sinnvoll sein.

Aber auch hier gilt:

Quelle und Ziel dürfen nicht verwechselt werden.

Vorhandene Daten auf dem ausgewählten Ziellaufwerk können beim Klonen überschrieben werden.

Wenn Du eine Datensicherung aufbewahren möchtest, ist ein Image in der Regel zweckmäßiger als ein direkt geklonter Datenträger.

Kompatibilität mit anderen Images

Rescuezilla ist vollständig auf die Zusammenarbeit mit Clonezilla ausgelegt. Ein mit Clonezilla erstelltes kompatibles Image kann in Rescuezilla verwendet werden und umgekehrt.

Darüber hinaus unterstützt Rescuezilla verschiedene virtuelle Festplattenformate.

Rescuezilla unterstützt unter anderem folgende Formate:

  • VirtualBox VDI,
  • VMware VMDK,
  • Hyper-V VHDX,
  • QEMU QCOW2,
  • RAW-Abbilder wie .dd und .img.

Auch verschiedene weitere Imaging-Formate werden unterstützt.

Für eine normale Windows-Systemicherung musst Du Dich mit diesen Formaten allerdings nicht beschäftigen.

Rescuezilla ersetzt keine regelmäßige Dateisicherung

Ein Rescuezilla-Image ist besonders hilfreich, wenn Du einen kompletten Systemzustand sichern möchtest.

Es ersetzt aber nicht unbedingt eine regelmäßige Sicherung Deiner persönlichen Dateien.

Beispiel:

Du erstellst am 1. September ein Rescuezilla-Systemimage.

Am 15. September erstellst Du ein wichtiges neues Dokument.

Wenn Dein Laufwerk am 20. September ausfällt und Du lediglich das Image vom 1. September besitzt, befindet sich dieses neue Dokument natürlich noch nicht darin.

Deshalb ist eine Kombination sinnvoll:

Systemimage:
Für Windows, Programme, Einstellungen und den kompletten Systemzustand.

Regelmäßige Dateisicherung:
Für aktuelle Dokumente, Fotos und andere persönliche Dateien.

So ergänzen sich beide Sicherungsmethoden.

Fazit

Rescuezilla bietet eine grafische Oberfläche, über die Du Systemimages erstellen, überprüfen und wiederherstellen sowie Laufwerke klonen kannst.

Du kannst damit vollständige Systemimages erstellen, vorhandene Images überprüfen, Datenträger wiederherstellen und Laufwerke klonen. Außerdem können unterstützte Images über den noch als Beta gekennzeichneten Image Explorer geöffnet werden.

Für eine normale Windows-Sicherung ist die Kombination aus einem Rescuezilla-USB-Stick und einer externen Festplatte oder SSD eine unkomplizierte Lösung.

Entscheidend ist allerdings, Backup und Restore nicht miteinander zu verwechseln.

Beim normalen Backup wird Dein System gelesen und als Image gespeichert.

Beim Restore beziehungsweise Klonen wird dagegen auf ein Ziellaufwerk geschrieben.

Gerade hier solltest Du Hersteller, Modell und Laufwerksgröße sorgfältig kontrollieren, bevor Du den Vorgang endgültig startest.

Wenn Du anschließend auch Dein Backup mit der Verify-Funktion überprüfst und zusätzlich aktuelle persönliche Dateien regelmäßig sicherst, hast Du eine gute Grundlage, um Deinen Windows-PC im Ernstfall wiederherstellen zu können.

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