Schnellstart: Windows mit Rescuezilla als Image sichern
Mit Rescuezilla kannst Du ein vollständiges Abbild Deiner Windows-Festplatte oder SSD erstellen. Für eine normale Systemsicherung gehst Du grundsätzlich so vor:
- Lade Rescuezilla von der offiziellen Herstellerseite herunter.
- Erstelle mit balenaEtcher einen bootfähigen Rescuezilla-USB-Stick.
- Schließe eine externe Festplatte oder SSD für das eigentliche Backup an.
- Starte den Computer vom Rescuezilla-USB-Stick.
- Wähle in Rescuezilla Backup.
- Wähle sorgfältig das Laufwerk aus, auf dem sich Dein Windows-System befindet.
- Wähle die zum System gehörenden Partitionen aus.
- Wähle die externe Festplatte oder SSD als Speicherort für das Image.
- Kontrolliere Quelle und Ziel nochmals und starte das Backup.
- Überprüfe das fertige Image anschließend mit der Verify-Funktion von Rescuezilla.
Wichtig: Backup und Wiederherstellung sind zwei unterschiedliche Vorgänge. Beim Backup liest Rescuezilla die Daten Deines vorhandenen Systems. Beim Wiederherstellen werden Daten auf ein Ziellaufwerk geschrieben. Dabei können dort vorhandene Daten überschrieben werden.
Was ist Rescuezilla?
Rescuezilla ist ein kostenloses Open-Source-Programm zum Erstellen und Wiederherstellen von Datenträgerabbildern. Es besitzt eine grafische Benutzeroberfläche und ist mit Clonezilla-Images kompatibel.
Auf der offiziellen Downloadseite wird die jeweils aktuelle stabile Rescuezilla-Version angeboten.
Rescuezilla wird nicht wie ein normales Windows-Programm installiert und gestartet. Du musst den Computer stattdessen mit dem Rescuezilla-Live-System starten – normalerweise über einen bootfähigen USB-Stick.
Nach dem Start befindet sich ein eigenes kleines Linux-basiertes Betriebssystem im Arbeitsspeicher des Computers. Dein installiertes Windows muss dabei nicht gestartet werden.
Das ist besonders praktisch, wenn Du ein vollständiges Windows-System sichern oder nach einem Laufwerksdefekt wiederherstellen möchtest.
Was ist ein Image?
Ein Image ist etwas anderes als das normale Kopieren einzelner Dateien.
Bei einer klassischen Dateisicherung kopierst Du beispielsweise:
- Dokumente,
- Fotos,
- Videos,
- Musik,
- andere persönliche Dateien.
Ein Systemimage bildet dagegen ganze Partitionen oder Datenträger ab.
Dadurch können nicht nur persönliche Dateien, sondern beispielsweise auch Windows, installierte Programme, Einstellungen und zum Starten des Computers notwendige Systempartitionen gesichert werden.
Rescuezilla bezeichnet dieses Verfahren als Disk Imaging. Das dabei erzeugte Backup wird als Dateien auf einem anderen Datenträger gespeichert.
Unterschied zwischen Dateisicherung, Image und Klonen
Diese drei Verfahren solltest Du nicht miteinander verwechseln.
Dateisicherung
Eine Dateisicherung schützt ausgewählte persönliche Dateien und Ordner.
Sie eignet sich beispielsweise dafür, regelmäßig Deine Dokumente und Fotos zu sichern.
Systemimage
Ein Systemimage sichert ganze Partitionen oder einen kompletten Datenträger.
Damit kannst Du einen früheren Systemzustand einschließlich Windows und installierter Programme wiederherstellen.
Klonen
Beim Klonen werden Daten direkt von einem Laufwerk auf ein anderes Laufwerk übertragen.
Dabei wird normalerweise kein Image als Zwischenschritt gespeichert.
Rescuezilla bietet neben Backup und Restore auch eine Clone-Funktion. Die Clone-Funktion gehört bereits seit Rescuezilla 2.2 zum Programm.
Klonen kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn Du eine vorhandene Festplatte direkt auf eine neue SSD übertragen möchtest.
Achtung: Beim Klonen wird auf das ausgewählte Ziellaufwerk geschrieben. Verwechselst Du Quelle und Ziel, können die vorhandenen Daten auf dem Ziellaufwerk überschrieben werden.
Was Du für Rescuezilla benötigst
Die offizielle Rescuezilla-Downloadseite nennt folgende grundlegende Anforderungen:
- Intel-/AMD-kompatibler PC,
- mindestens 1 GB Arbeitsspeicher,
- 2 GB Arbeitsspeicher werden empfohlen,
- USB-Stick für Rescuezilla,
- ausreichend großer Datenträger für das Backup.
Als Backup-Datenträger eignet sich beispielsweise eine externe USB-Festplatte oder USB-SSD.
Dabei solltest Du zwei Datenträger auseinanderhalten:
Rescuezilla-USB-Stick:
Von diesem Stick wird Rescuezilla gestartet.
Backup-Festplatte oder Backup-SSD:
Auf diesem Datenträger wird Dein eigentliches Systemimage gespeichert.
Das sind zwei unterschiedliche Aufgaben.
Rescuezilla herunterladen
Lade Rescuezilla möglichst von der offiziellen Projektseite herunter.
Offizielle Rescuezilla-Downloadseite
Auf der offiziellen Downloadseite wird die jeweils aktuelle stabile Rescuezilla-Version angeboten. Lade Rescuezilla am besten immer direkt von der Originalseite des Anbieters herunter und nicht von fremden Downloadportalen. So reduzierst Du das Risiko, eine veraltete, veränderte oder mit zusätzlicher Software gebündelte Version zu erhalten.
Du erhältst eine ISO-Datei.
Diese ISO-Datei darf nicht einfach wie ein normales Dokument auf den USB-Stick kopiert werden. Der Stick muss daraus als bootfähiges Medium erstellt werden.
Bootfähigen Rescuezilla-USB-Stick erstellen

Die Rescuezilla-Downloadseite empfiehlt zum Schreiben der ISO-Datei beispielsweise balenaEtcher. Das Programm steht für Windows, macOS und Linux zur Verfügung.
Grundsätzlich gehst Du so vor:
- Starte balenaEtcher.
- Wähle die heruntergeladene Rescuezilla-ISO aus.
- Wähle Deinen USB-Stick.
- Kontrolliere unbedingt, ob wirklich der richtige USB-Stick ausgewählt ist.
- Starte den Schreibvorgang.
Achtung: Beim Erstellen des bootfähigen Rescuezilla-Sticks werden alle bereits vorhandenen Daten auf diesem USB-Stick gelöscht.
Verwende deshalb einen Stick, auf dem keine wichtigen Daten mehr gespeichert sind.
Computer vom Rescuezilla-USB-Stick starten

Lass den Rescuezilla-Stick am Computer angeschlossen und starte den PC neu.
Während des Einschaltens musst Du gegebenenfalls den Bootmanager des Computers öffnen.
Je nach Hersteller kann dafür beispielsweise eine Taste wie F8 oder F12 verwendet werden. Welche Taste tatsächlich zuständig ist, hängt vom Gerät beziehungsweise Mainboard ab.
Wähle anschließend den Rescuezilla-USB-Stick als Startlaufwerk.

Rescuezilla lädt nun sein eigenes Betriebssystem in den Arbeitsspeicher und startet die grafische Oberfläche.
Dabei wird Rescuezilla nicht auf Deiner Windows-Festplatte installiert.
Was tun, wenn Rescuezilla nur einen schwarzen Bildschirm zeigt?
Bei manchen Computern kann es vorkommen, dass Rescuezilla nach der Sprachauswahl nicht korrekt bis zur grafischen Oberfläche startet.
Für diesen Fall empfiehlt die offizielle Hilfe den Graphical Fallback Mode im Rescuezilla-Startmenü.
Dieser verwendet eine einfachere Grafikkonfiguration und kann helfen, wenn die normale Variante mit der vorhandenen Grafikhardware beziehungsweise den verfügbaren Treibern nicht zurechtkommt.
Aktuelle Rescuezilla-Versionen unterstützen UEFI und Secure Boot. Je nach Computer können beim Start dennoch Besonderheiten auftreten.
Systemabbild mit Rescuezilla erstellen
Nachdem Rescuezilla gestartet wurde, wählst Du für eine normale Datensicherung die Funktion Backup.
Jetzt beginnt der eigentliche Sicherungsassistent.
Hier solltest Du Dir Zeit nehmen und die angezeigten Laufwerke sorgfältig kontrollieren.
Das richtige Quelllaufwerk auswählen

Zunächst musst Du festlegen, welches Laufwerk gesichert werden soll.
Bei einer Windows-Systemicherung ist das normalerweise die interne SSD oder Festplatte, auf der Windows installiert ist.
Achte bei der Auswahl nicht nur auf den technischen Gerätenamen.
Hilfreich sind insbesondere Angaben wie:
- Hersteller,
- Modell,
- Kapazität,
- angezeigte Partitionen.
Angenommen, Dein Computer besitzt eine interne SSD mit 1 TB und Deine externe Backup-Festplatte hat 4 TB.
Dann ist die unterschiedliche Kapazität bereits ein wichtiges Merkmal, um beide Laufwerke auseinanderzuhalten.
Kontrolliere trotzdem alle Angaben, bevor Du fortfährst.
Für ein vollständiges Windows-Backup nicht nur C: beachten

Ein modernes Windows-System besteht häufig nicht nur aus der sichtbaren Partition C:.
Bei einer typischen UEFI-Installation können zusätzlich beispielsweise vorhanden sein:
- EFI-Systempartition,
- Microsoft Reserved Partition,
- Windows-Partition,
- Wiederherstellungspartition.
Wenn Du später den kompletten Systemdatenträger wiederherstellen möchtest, können auch diese zusätzlichen Partitionen benötigt werden.
Für eine vollständige Systemsicherung ist es deshalb sinnvoll, den kompletten Windows-Datenträger beziehungsweise alle zum System gehörenden Partitionen in das Image einzubeziehen und nicht unüberlegt ausschließlich die Windows-Partition C: zu sichern.
Das Backup-Ziel auswählen

Als Nächstes legst Du fest, wo das Image gespeichert werden soll.
Für unerfahrene Nutzer ist meistens eine:
- externe USB-Festplatte oder
- externe USB-SSD
die einfachste Lösung.

Am einfachsten speicherst Du das Image auf einer externen USB-Festplatte oder USB-SSD mit ausreichend freiem Speicherplatz.
Ein Backup sollte möglichst nicht ausschließlich auf demselben physischen Datenträger liegen, der gerade gesichert wird.
Fällt dieser Datenträger später vollständig aus, wären sonst möglicherweise sowohl das ursprüngliche System als auch das Backup verloren.

Wie viel Speicherplatz benötigt das Rescuezilla-Image?
Die Größe des Images entspricht nicht zwangsläufig der vollständigen Größe Deiner SSD oder Festplatte.
Rescuezilla verwendet unter anderem Partclone. Bei unterstützten Dateisystemen arbeitet Partclone mit tatsächlich verwendeten Datenblöcken. Rescuezilla unterstützt außerdem komprimierte Images.
Rescuezilla lässt Dich vor dem Start auch die Komprimierung einstellen. Wenn Du Dir bei diesen Optionen unsicher bist, kannst Du die voreingestellten Werte beibehalten.

Wie groß Dein Image letztlich wird, hängt deshalb unter anderem ab von:
- der Menge der tatsächlich belegten Daten,
- dem verwendeten Dateisystem,
- den gespeicherten Dateien,
- der gewählten Komprimierung.
Plane auf Deinem Backup-Datenträger trotzdem ausreichend Reserve ein.
Verlasse Dich nicht darauf, dass ein knapp bemessener freier Speicherplatz in jedem Fall ausreichen wird.
Backup starten

Bevor Rescuezilla die Sicherung startet, zeigt das Programm noch einmal eine Zusammenfassung der gewählten Einstellungen an.
Kontrolliere dort insbesondere:
Quelle:
Das Windows-Laufwerk, das Du sichern möchtest.
Zu sichernde Partitionen:
Bei einem vollständigen Windows-Systemabbild sollten die zuvor ausgewählten Systempartitionen aufgeführt sein.
Ziel:
Die externe Festplatte, SSD oder der ausgewählte Speicherort für das Image.
Komprimierung:
Wenn Du die Voreinstellung nicht bewusst geändert hast, kannst Du sie so belassen.
Erst wenn diese Angaben stimmen, startest Du die Sicherung.

Während des Backups zeigt Rescuezilla den Fortschritt und eine geschätzte verbleibende Zeit an. Trenne währenddessen weder das Quelllaufwerk noch den Backup-Datenträger vom Computer.

Warte, bis Rescuezilla den Vorgang abgeschlossen hat.
Nach erfolgreichem Abschluss zeigt Rescuezilla an, welche Partitionen gesichert wurden. Prüfe diese Zusammenfassung, bevor Du das Programm beendest.
Das fertige Image überprüfen

Ein Backup ist nur hilfreich, wenn es im Ernstfall auch gelesen werden kann.
Rescuezilla besitzt deshalb die Funktion Verify Image, mit der Du ein erstelltes Sicherungsimage überprüfen kannst.
Die Überprüfung startest Du nach dem Backup separat:
- Wähle auf der Rescuezilla-Startseite Verify Image.
- Wähle den Datenträger beziehungsweise Ordner mit Deinem Backup.
- Markiere das zu überprüfende Image.
- Starte die Überprüfung.
- Kontrolliere anschließend die angezeigten Ergebnisse.

Mit „Verify Image“ kannst Du die unterstützten Bestandteile eines erstellten Backups auf Lesbarkeit beziehungsweise Integrität prüfen. Rescuezilla kann dabei je nach Sicherungsart einzelne Bestandteile möglicherweise nicht verifizieren. Das Ergebnis zeigt Dir genau an, welche Partitionen erfolgreich geprüft wurden und wo Einschränkungen bestehen.

Hinweis: Nicht jeder Bestandteil eines Images lässt sich mit dieser Funktion zwingend verifizieren. In unserem Beispiel konnte Rescuezilla die als Dateisystemabbilder gespeicherten Partitionen überprüfen, während die als Raw-Image gesicherte kleine Microsoft-Reserved-Partition nicht unterstützt wurde.
Eine solche Meldung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass das gesamte Backup fehlerhaft ist. Entscheidend ist, das angezeigte Prüfergebnis für die einzelnen Bestandteile zu beachten.
Eine erfolgreiche Verifikation ersetzt zwar keine vollständige Wiederherstellungsprobe, ist aber eine wesentlich risikoärmere Möglichkeit, das erstellte Image zu kontrollieren.
Einzelne Dateien aus einem Image öffnen
Rescuezilla besitzt außerdem den Image Explorer. Die Funktion befindet sich noch im Beta-Stadium.
Damit kannst Du unterstützte Partitionen eines Backup-Images nur lesend einbinden und auf darin enthaltene Dateien zugreifen, ohne gleich das komplette System wiederherzustellen.
Das kann beispielsweise praktisch sein, wenn Du aus einem älteren Systemimage nur ein bestimmtes Dokument benötigst.
Allerdings gibt es noch Einschränkungen. Besonders bei komprimierten Images kann das Einhängen sehr langsam sein oder fehlschlagen. Rescuezilla weist vor dem Einhängen entsprechend darauf hin.
Auch in unserem Test ließ sich das mit der voreingestellten gzip-Komprimierung erstellte Image nicht erfolgreich im Image Explorer öffnen; der Vorgang endete mit einem Timeout.
Wichtig: Ein solcher Fehler des Image Explorers bedeutet nicht automatisch, dass das Backup selbst beschädigt ist. Verwende zur eigentlichen Kontrolle des Sicherungsimages die Funktion Verify Image.
Hinweis: Der Image Explorer befindet sich noch im Beta-Stadium. Besonders bei komprimierten Images kann das Einhängen sehr langsam sein oder fehlschlagen. In unserem Test brach der Zugriff auf ein mit gzip komprimiertes Image mit einem Timeout ab.
Ein komplettes System wiederherstellen
Wenn Deine Systemfestplatte defekt ist oder Windows aus einem anderen Grund vollständig aus dem zuvor erstellten Image wiederhergestellt werden soll, startest Du den Computer erneut vom Rescuezilla-USB-Stick.
Diesmal wählst Du Restore.
Danach wählst Du das zuvor erstellte Backup-Image aus.
Anschließend musst Du bestimmen, auf welches Laufwerk dieses Image geschrieben werden soll.
Und genau hier ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich.
Sehr wichtig: Das richtige Ziellaufwerk auswählen
Wenn Du beim Wiederherstellen das falsche Ziellaufwerk auswählst, können die darauf gespeicherten Daten überschrieben werden.

Prüfe deshalb vor dem Start der Wiederherstellung sorgfältig:
- Hersteller und Modell,
- Kapazität des Laufwerks,
- vorhandene Partitionen,
- ob es wirklich das Laufwerk ist, das wiederhergestellt werden soll.
Rescuezilla zeigt vor dem eigentlichen Start noch einmal das Quellabbild, das gewählte Ziellaufwerk und die Zuordnung der wiederherzustellenden Partitionen an.
Dabei warnt das Programm ausdrücklich:
„DIE PARTITIONSTABELLE WIRD ÜBERSCHRIEBEN“
Nimm diese letzte Kontrolle ernst. Wenn hier das falsche Ziellaufwerk angegeben ist, gehe zurück und korrigiere die Auswahl. Erst wenn Quelle, Ziel und Partitionen eindeutig stimmen, solltest Du die Wiederherstellung starten.
Wenn Du externe Festplatten oder SSDs angeschlossen hast, die für die Wiederherstellung nicht benötigt werden, kannst Du diese vor dem Restore vom Computer trennen.
Damit reduzierst Du die Anzahl der auswählbaren Laufwerke und damit auch das Risiko einer Verwechslung.
Prüfe vor dem endgültigen Start noch einmal bewusst:
Quelle: das zuvor erstellte Rescuezilla-Image
Ziel: die Festplatte oder SSD, auf die das Image geschrieben werden soll.

Erst wenn diese Zuordnung eindeutig stimmt, solltest Du die Wiederherstellung starten.
Wiederherstellung auf eine kleinere SSD
Besondere Vorsicht ist erforderlich, wenn Du ein Image auf einen kleineren Datenträger zurückspielen möchtest.
Rescuezilla kann einen Datenträger derzeit nicht automatisch so verkleinern, dass ein Image ohne weitere Vorbereitung auf ein kleineres Laufwerk passt.
Soll das Image auf einen kleineren Datenträger übertragen werden, müssen die Partitionen gegebenenfalls zuvor mit einem Werkzeug wie GParted verkleinert werden. Das ist deutlich aufwendiger und birgt bei falscher Bedienung zusätzliche Risiken.
Für unerfahrene Nutzer ist deshalb ein gleich großes oder größeres Ziellaufwerk wesentlich unkomplizierter.
Rescuezilla lässt Dich vor dem Start außerdem die Komprimierung des Backups einstellen. Wenn Du keinen besonderen Grund für eine Änderung hast, kannst Du die voreingestellten Werte beibehalten.
Eine stärkere Komprimierung kann Speicherplatz sparen, benötigt aber entsprechend mehr Rechenleistung und kann die Sicherung verlangsamen.
Rescuezilla und BitLocker
Viele aktuelle Windows-Computer verwenden BitLocker oder die Windows-Geräteverschlüsselung.
Hier solltest Du besonders vorsichtig sein.
Wenn Dein Windows-Laufwerk mit BitLocker verschlüsselt ist, kann Rescuezilla nicht ohne Weiteres auf die darin gespeicherten Dateien zugreifen. Sichere deshalb unbedingt Deinen BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel, bevor Du mit Rescuezilla arbeitest.
Wenn Dein Windows-Laufwerk mit BitLocker verschlüsselt ist, kann Rescuezilla nicht ohne Weiteres auf die darin gespeicherten Dateien zugreifen. Sichere deshalb unbedingt Deinen BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel, bevor Du mit Rescuezilla arbeitest.
Wenn Dein Windows-System BitLocker oder die Geräteverschlüsselung verwendet:
- sichere Deinen BitLocker-Wiederherstellungsschlüssel,
- bewahre ihn unabhängig vom Computer auf,
- ändere oder deaktiviere die Verschlüsselung nicht unüberlegt nur für ein Backup.
Gerade vor Änderungen an Partitionen, Datenträgern oder Boot-Einstellungen sollte der Wiederherstellungsschlüssel verfügbar sein.
Backup auf einem NAS oder einer Netzwerkfreigabe
Rescuezilla besitzt Netzwerkunterstützung und kann auf Netzwerkfreigaben zugreifen.
Rescuezilla kann auch auf SMB/CIFS-Netzwerkfreigaben zugreifen, beispielsweise auf einem NAS oder einem anderen Computer.
Aktuelle Rescuezilla-Versionen unterstützen außerdem NFS und bieten eine Auswahl beziehungsweise automatische Erkennung verschiedener NFS-Versionen.
Für unerfahrene Nutzer ist eine direkt angeschlossene externe Festplatte oder SSD trotzdem meist einfacher.
Ein NAS ist vor allem sinnvoll, wenn Deine Netzwerkfreigabe bereits zuverlässig eingerichtet ist und Du die notwendigen Zugangsdaten kennst.
Kann Rescuezilla direkt in OneDrive, Google Drive oder Dropbox sichern?
OneDrive, Google Drive, Dropbox und ähnliche Cloud-Dienste kannst Du derzeit nicht direkt als Backup-Ziel in Rescuezilla auswählen.
Wenn Du Dein Rescuezilla-Image zusätzlich in der Cloud speichern möchtest, erstelle das Backup zunächst auf einer externen Festplatte oder SSD und kopiere es anschließend unter Windows in Deinen Cloudspeicher.
Bedenke außerdem, dass vollständige Systemimages sehr groß sein können. Entsprechend lange können Upload und Synchronisation dauern.
Laufwerk mit Rescuezilla klonen
Neben Backup und Restore kann Rescuezilla auch Laufwerke direkt klonen.
Beim Klonen wird das Quelllaufwerk unmittelbar auf ein anderes Laufwerk übertragen. Die Clone-Funktion ist Bestandteil von Rescuezilla.
Das kann beispielsweise beim Wechsel von einer alten Festplatte auf eine neue SSD sinnvoll sein.
Aber auch hier gilt:
Quelle und Ziel dürfen nicht verwechselt werden.
Vorhandene Daten auf dem ausgewählten Ziellaufwerk können beim Klonen überschrieben werden.
Wenn Du eine Datensicherung aufbewahren möchtest, ist ein Image in der Regel zweckmäßiger als ein direkt geklonter Datenträger.
Kompatibilität mit anderen Images
Rescuezilla ist vollständig auf die Zusammenarbeit mit Clonezilla ausgelegt. Ein mit Clonezilla erstelltes kompatibles Image kann in Rescuezilla verwendet werden und umgekehrt.
Darüber hinaus unterstützt Rescuezilla verschiedene virtuelle Festplattenformate.
Rescuezilla unterstützt unter anderem folgende Formate:
- VirtualBox VDI,
- VMware VMDK,
- Hyper-V VHDX,
- QEMU QCOW2,
- RAW-Abbilder wie
.ddund.img.
Auch verschiedene weitere Imaging-Formate werden unterstützt.
Für eine normale Windows-Systemicherung musst Du Dich mit diesen Formaten allerdings nicht beschäftigen.
Rescuezilla ersetzt keine regelmäßige Dateisicherung
Ein Rescuezilla-Image ist besonders hilfreich, wenn Du einen kompletten Systemzustand sichern möchtest.
Es ersetzt aber nicht unbedingt eine regelmäßige Sicherung Deiner persönlichen Dateien.
Beispiel:
Du erstellst am 1. September ein Rescuezilla-Systemimage.
Am 15. September erstellst Du ein wichtiges neues Dokument.
Wenn Dein Laufwerk am 20. September ausfällt und Du lediglich das Image vom 1. September besitzt, befindet sich dieses neue Dokument natürlich noch nicht darin.
Deshalb ist eine Kombination sinnvoll:
Systemimage:
Für Windows, Programme, Einstellungen und den kompletten Systemzustand.
Regelmäßige Dateisicherung:
Für aktuelle Dokumente, Fotos und andere persönliche Dateien.
So ergänzen sich beide Sicherungsmethoden.
Die wichtigsten Sicherheitsregeln
Bei der Arbeit mit Rescuezilla solltest Du Dir vor allem diese Punkte merken:
- Speichere Dein Systemimage möglichst auf einem anderen physischen Datenträger.
- Kontrolliere beim Backup sorgfältig das Quelllaufwerk.
- Überprüfe ein wichtiges Image anschließend mit Verify Image.
- Sichere bei aktivem BitLocker den Wiederherstellungsschlüssel.
- Prüfe beim Restore Quelle und Ziel besonders sorgfältig.
- Ziehe nicht benötigte externe Laufwerke vor einer Wiederherstellung möglichst ab.
- Starte keinen Restore nur zum Ausprobieren auf einem funktionierenden System.
- Rescuezilla kann nicht direkt in OneDrive, Google Drive oder Dropbox sichern.
Fazit
Rescuezilla bietet eine grafische Oberfläche, über die Du Systemimages erstellen, überprüfen und wiederherstellen sowie Laufwerke klonen kannst.
Du kannst damit vollständige Systemimages erstellen, vorhandene Images überprüfen, Datenträger wiederherstellen und Laufwerke klonen. Außerdem können unterstützte Images über den noch als Beta gekennzeichneten Image Explorer geöffnet werden.
Für eine normale Windows-Sicherung ist die Kombination aus einem Rescuezilla-USB-Stick und einer externen Festplatte oder SSD eine unkomplizierte Lösung.
Entscheidend ist allerdings, Backup und Restore nicht miteinander zu verwechseln.
Beim normalen Backup wird Dein System gelesen und als Image gespeichert.
Beim Restore beziehungsweise Klonen wird dagegen auf ein Ziellaufwerk geschrieben.
Gerade hier solltest Du Hersteller, Modell und Laufwerksgröße sorgfältig kontrollieren, bevor Du den Vorgang endgültig startest.
Wenn Du anschließend auch Dein Backup mit der Verify-Funktion überprüfst und zusätzlich aktuelle persönliche Dateien regelmäßig sicherst, hast Du eine gute Grundlage, um Deinen Windows-PC im Ernstfall wiederherstellen zu können.





