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Wann es an der Zeit ist, sich nicht mehr auf den Windows Defender zu verlassen und Backups zu machen?   Kürzlich aktualisiert!


Sich Gedanken über den richtigen Virenscanner oder gar einen Backup-Plan zu machen, ist für die meisten Menschen ungefähr so angenehm wie die jährliche Steuererklärung. Aber trotzdem ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, sich zu überlegen, ob der Windows Defender wirklich die sicherste Wahl ist und wie man seine Daten mit Backups / der richtigen Backup-Strategie vor Datenverlusten schützen kann.

Reicht der Windows Defender als Virenschutz wirklich aus?

 

Der Windows Defender ist die integrierte Schutzlösung in Windows 10 von Microsoft und seit einigen Jahren standardmäßig aktiviert. Das hat den Vorteil, dass auch Menschen, die sich über Computerviren oder Cyberkriminalität gar keine Gedanken machen, einen Basis-Schutz erhalten, der zumindest vor den schlimmsten Gefahren im Internet schützt.

 

Das macht der Windows Defender auch gut, wie ein Test von Heise aus dem Jahr 2019 zeigte. Jedoch fehlt es dem Windows Defender an Konfigurierbarkeit, Flexibilität und vor allem an vielen nützlichen Zusatzfunktionen. Denn mehr als Virenschutz ist hier einfach nicht zu erwarten.

 

Die meisten Antiviren-Pakete bieten da in Bezug auf Zusatzfunktionen einen ganz klaren Mehrwert. Ob man diesen benötigt, oder ob einem einfach nur ein Virenschutz ausreicht, muss jeder Anwender natürlich für sich selbst entscheiden.

 

Dabei sollte man jedoch bedenken, dass Computerviren in der heutigen Zeit nicht die einzige Bedrohung im Internet darstellen. Längst haben sich Cyberkriminelle viel perfidere Methoden ausgedacht, um Ihre Opfer zu betrügen.

 

Aktuell ist das Thema Ransomware bei vielen Privatpersonen und Firmen in den Fokus gerückt, denn diese Abwandlung eines klassischen Computervirus entwendet keine Nutzerdaten, sondern verschlüsselt sämtliche Dokumente, Fotos und andere wichtige Dateien auf dem Rechner des Opfers und erpresst einen, meist nicht geringen, Betrag in Bitcoins, um diese Daten wieder freizugeben. In vielen Fällen sind die Opfer sogar bereit, mehrere Hundert Euro Lösegeld zu bezahlen. Doch auch die Zahlung ist keine Garantie dafür, dass man seine wichtigen Daten zurückerhält. Denn ist das Geld in Form von Bitcoins einmal transferiert, passiert in vielen Fällen nichts. Damit sind dann alle wichtigen Daten vernichtet und das Geld verschwunden.

 

Nur in wenigen Fällen gelang es IT-Spezialisten, die Verschlüsselung zu knacken und einen Passwort-Generator zu veröffentlichen. 

 

Aktuelle Virenschutzlösungen bieten neben dem Schutz vor Computerviren, Ransomware und auch Spyware noch viele weitere Schutzfunktionen an: 

  •     Schutz vor Malware, Browserumleitungen oder Browser-Hijacks
  •     Passwort-Manager zum sicheren Speichern aller Passwörter
  •     Backup-Funktionen für Daten
  •     Sicheres Browsen im Internet durch spezielle Browsererweiterungen
  •     Schutz vor Identitätsdiebstahl
  •     Anonymes Surfen durch integriertes VPN
  •     Kindersicherung
  •     Tools zum optimieren des Betriebssystems

 

Zwar ist der Windows Defender kostenlos in Windows enthalten, es lohnt sich aber auch, etwas Geld in die Sicherheit der eigenen Daten zu investieren. Darüber hinaus kann diese wichtige Software oft auch zu einem reduzierten Preis erworben werden. So ist eine Antivirus-Software für jeden erschwinglich. Wer weiss, dass eine professionelle Datenrettung in den meisten Fällen deutlich über 1000 Euro kosten kann, für den relativiert sich der Preis für eine vernünftige Virenschutzlösung sehr schnell.

 

Regelmäßige Backups – 5 Tipps zur richtigen Backup-Strategie

Im professionellen Bereich sind regelmäßige Backups schon seit langer Zeit ein wichtiger Standard. Denn nicht selten führen ein simpler Hardwaredefekt oder eine Infizierung mit einem Erpressungstrojaner zu einem Totalverlust der Daten. Doch auch im privaten Bereich sind Backups immer wichtiger geworden und nicht nur eine Option.

 

Folgende Strategien haben sich seit Jahren bewährt und können dabei helfen, wichtige Daten auch bei einem Hardwaredefekt oder einem Virus wiederherstellen zu können. 

 

  1. Die 3-2-1-Regel
    Für eine sichere Backupstrategie, sollte man immer vom schlimmstmöglichen Fall ausgehen. Ein Backup ist notwendig, zwei sind gut, drei Backups, die an verschiedenen Orten gelagert werden, aber erst wirklich sicher. So können Daten auch im Fall eines Diebstahls oder eines Brandes wiederhergestellt werden. Intern können die Daten auf einem beliebigen Speichermedium, zum Beispiel einer externen Festplatte, USB-Sticks oder auch DVDs gesichert werden. Extern kommen Cloud-Speicherlösungen oder ebenfalls Festplatten in Frage. Wichtig ist es natürlich, die Daten immer auf dem gleichen Stand zu halten. Moderne Cloud-Speicherlösungen bieten sich hier, bei guter Internetanbindung, natürlich an.

  2. Aktuelle Hardware nutzen
    Backups sind nur so sicher, wie die Speichermedien, auf denen sie gelagert werden. Externe Festplatten sollten alle paar Jahre ersetzt werden, um einem Hardwaredefekt vorzubeugen. Aber auch DVDs haben eine maximale Haltbarkeitszeit und beginnen nach einigen Jahren an Qualität zu verlieren. Sichert man seine Daten nicht regelmäßig auf einem aktuellen Speichermedium, kann im Falle eines Verlustes auch das Backup unzuverlässig sein.

  3. Regelmäßige Kontrolle
    Auch Backups können Fehler enthalten. Kontrolliert man nicht regelmäßig, ob die gesicherten Daten auch lesbar und ohne Fehler sind, kann dies im Falle eines Datenverlustes bedeuten, dass auch das Backup wertlos ist. Daher empfiehlt es sich, die Backups in verschiedenen Zeitabständen stichprobenartig auf Fehler zu überprüfen, um die Integrität der Daten zu verifizieren.

  4. Ein RAID-System bietet wenig Schutz
    Oftmals werden RAID-Systeme (Redundant Array of Independent Disks) genutzt, um die Datensicherheit zu erhöhen. Das bietet zwar einen gewissen Schutz bei einem Hardwareausfall einer Festplatte, ist aber keine sichere Backupstrategie. Fallen, zum Beispiel durch eine Überspannung, ein Gewitter oder einen Wasserrohrbruch, beide Festplatten gleichzeitig aus, sind die Daten verloren. Auch versehentlich gelöschte Dateien werden von RAID-System entfernt und sind nicht mehr ohne großen Aufwand wiederherstellbar.

  5. Versionierung für hohe Sicherheit
    Möchte man maximale Sicherheit, bietet es sich an Versionierung in seine Backup-Strategie mit einzubeziehen. Dabei werden nicht nur die aktuellen Dateien gesichert, sondern auch eine einstellbare Anzahl der vorherigen Versionen. Wer zum Beispiel viel mit Textdateien, Präsentationen oder anderen Dokumenten arbeitet, weiss wie wichtig dieser Schutz ist. Denn schnell ist in einem Dokument ein Teil gelöscht. Nach dem Speichern wird das Backup überschrieben und die Daten sind verloren. Bei der Versionierung werden verschiedene Versionen der Datei gespeichert und lassen sich wiederherstellen. Dies schützt vor einem Dateiverlust durch Unachtsamkeit. 

 

Einen maximalen Schutz der persönlichen Daten erreicht man nur, wenn man verschiedene Strategien kombiniert. Eine gute und umfangreiche Virenschutzlösung als Abwehr von Bedrohungen aus dem Internet, schützt vor Ransomware, Trojanern oder Identitätsdiebstahl. Zusätzliche Sicherheit vor einem Totalverlust der Daten bietet eine durchdachte Backupstrategie nach der 3-2-1-Regel. So können Sie Datenverlust vermeiden und sich ganz entspannt im Internet bewegen.


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